Cloud-Spezialist Salesforce kauft Messenger-Dienst Slack

Laut einer Pressemitteilung des Konzerns Salesforce wird der internationale Anbieter von Cloud-Computing-Lösungen den Messenger-Dienst Slack für 27,7 Milliarden US-Dollar übernehmen. Der Kaufpreis wird in Bargeld und Aktienanteilen von Salesforce beglichen. Derzeit liegt der von Slack bei etwa 24 Milliarden Dollar. Die von Slack entwickelte gleichnamige Software ist ein kostenloses Kollaborationstool, das gegen Bezahlungen um diverse Cloud-Dienste erweitert werden kann. Die kostenlose Version umfasst lediglich Basisfunktion wie Videoanrufe mit nur zwei Teilnehmern und Textchats.

Die Übernahme von Slack durch Salesforce gehört zu den umfangreichsten Übernahmen der Tech-Branche. Vergleichbar sind der Kauf LinkedIn durch Microsoft für 27 Milliarden US-Dollar und die Akquise von Red Hat durch IBM für 34 Milliarden US-Dollar. Als Reaktion auf die Übernahmeankündigung hat Aktienkurs von Slack 38 Prozent an Wert gewonnen. Statt der vor wenigen Tagen vom Wall Street Journal berichteten Übernahmesumme von 17 Milliarden US-Dollar muss Salesforce deshalb nun 27,7 Milliarden US-Dollar für Slack bezahlen.

Fokus auf Datenschutz

In den letzten Monaten stand Salesforce vor allen aufgrund von Datenschutzbedenken im Fokus der Medien. Diese führten dazu, dass sowohl gegen Salesforce als auch gegen den Konkurrenten Oracle in den Niederlanden und Großbritannien Sammelklagen eingereicht wurden. Den Konzernen wird darin vorgeworfen, Nutzer mit unzulässigen Trackingcookies überwacht zu haben.

Slack versucht hingegen mit einem Fokus auf Datenschutz neue Kunden für seinen Dienst zu gewinnen. Dazu betreibt das Unternehmen ein Rechenzentrum in Frankreich, das auf Kundenwusch als primäre Datenlagerstätte genutzt werden kann. Auch der größte Konkurrenz im Bereich der Kollaborationstools Microsoft Teams bietet ab Anfang 2020 auf Wunsch die ausschließliche Nutzung deutscher Rechenzentren. Ob sich Slack oder Microsoft Teams auch der europäischen Cloud-Initiative Gaia-X anschließen werden oder darüber nachdenken in der Public Cloud der Schwarz-Gruppe Kapazitäten zu mieten, ist bisher nicht bekannt.

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