Deutsche Telekom will bis 2030 alle Haushalte mit Glasfaser versorgen

Die Deutsche Telekom hat aktuell nur 2,2 Millionen der 41,5 Millionen Privathaushalte an das Glasfasernetz angeschlossen. Während der Netzetag 2020 kündigte der Konzern deshalb an, die das Ziel haben die „Nummer Eins bei Glasfaser“ zu werden.

Dazu möchte die Telekom laut kürzlich veröffentlichten Details 2021 1,2 Millionen weitere Haushalte mit Glasfaseranschlüssen versorgen. Bis Ende 2021 sollen zehn Millionen Haushalte mit Gigabit-Geschwindigkeit über Glasfaser im Internet surfen.

Wir fahren unsere Maschinerie weiter hoch.

Tim Höttges, Telekom Chef

Zur Finanzierung des Ausbaus ist eine Erhöhung der Investitionen von derzeit maximal zwei Milliarden Euro pro Jahr auf maximal 2,5 Milliarden Euro pro Jahr bis 2024 geplant. Derzeit umfasst das Investitionsbudget neben Glasfaser auch Super-Vectoring, eine DSL-Verbindung, die über herkömmliche Kupferkabel läuft. In Zukunft sollen die angepeilten 2,5 Milliarden Euro pro Jahr dann ausschließlich auf Glasfaser bis in die Wohnung (FTTH) oder Glasfaser bis in den Keller (FTTB) entfallen.

Kompletter Ausbau bis 2030

Bis Ende 2030 möchte die Telekom alle Haushalte in Deutschland an das Glasfasernetz anbinden. Ob die Menschen tatsächlich einen entsprechenden Vertrag abschließen möchte oder ob die Leitung vorerst nicht genutzt wird, soll beim Ausbau nicht berücksichtigt werden.

Um die Komplettabdeckung realisieren zu können, sind Kooperationen mit Wettbewerbern und anderen Unternehmen nötig. Eine Option ist zum Beispiel die Deutsche Bahn, die angekündigt hat, ihr gesamtes Schienennetz mit Glasfaser zu versorgen. Nicht benötige Kapazitäten sollen an Unternehmen wie die Deutsche Telekom vermietet werden.

Kooperation mit lokalen Netzbetreibern

Außerdem hat die Telekom bereits mit verschiedenen lokalen Netzbetreibern Kooperationsverträge abgeschlossen. Dazu gehört das Joint Venture Glasfaser Nordwest mit EWE Tel, und die Kooperation mit der Deutschen Glasfaser in Nordrhein-Westfalen (NRW). Kürzlich verlängerte die Telekom überdies die Zusammenarbeit mit dem Kölner Netzbetreiber Netcologne um weitere zehn Jahre.

Dabei dehnten die Unternehmen ihre Kooperation auch auf das Glasfasernetz aus. Beide Partner gewähren sich im Rahmen des Vertrags gegenseitig Zugang auf ihr Netz. Sie können somit über die Infrastruktur des Partners FTTH-Anschlüsse anschließen, ohne die Region selbst auszubauen. Die Telekom erreicht dadurch etwa zwei Millionen Haushalte in der Region Köln und Aachen.

Doppelter Gigabit-Ausbau?

Kritiker des geplanten Ausbaus bemängeln, dass viele der Haushalte, die die Telekom priorisiert bis Ende 2024 mit Glasfaser versorgen will, bereits über einen Gigabit-Anschluss verfügen. Es könnte deshalb durch die Pläne der Telekom zu einem „doppelten Ausbau“ kommen, während andere Regionen weiterhin nur mit langsamen Anschlüssen versorgt werden.

Wir werden uns Gebiete angucken, wo wir niedrige Marktanteile haben.

Tim Höttges

Das Ziel der Telekom ist also vor allen die Verbesserung ihrer Marktanteile in den rentablen Metropolen. Auf dem Land soll vorerst hingegen nur dort ein Ausbau erfolgen, wo eine staatliche Förderung erfolgt.

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