Home-Office: Covid-Pandemie erfordert neue Unterseekabel

Die Covid-Pandemie hat 2020 aufgrund von Lockdowns und Home-Office zu einer deutlichen Zunahme der Internetnutzung geführt. Laut TeleGeography ist der grenzüberschreitende Internetverkehr im Mittel um 48 Prozent gestiegen. Der größte Verkehrszuwachs seit 2013 hat dazu geführt, dass viele Unterseekabel ihre Kapazitätsgrenzen erreicht haben. Um der Netzwerküberlastung entgegenzuwirken, haben einige Inhalteanbieter inzwischen die Bitraten ihrer Streams reduziert.

Laut dem Marktforschungsunternehmen TeleGeography sind die Preise auf dem globalen Bandbreitenmarkt trotz der höheren Nachfrage deutlich gesunken. Verantwortlich dafür sind neue 100-GBit/s-Seekabelsysteme und die Aufrüstung bestehender Verbindungen. Auf den wichtigsten Strecken sind die Preise deshalb seit 2016 pro Jahr im Mittel um 14 Prozent (10 GBit/s Port) und 23 Prozent (100 GBit/s Port) gesunken.

Es ist oft ein Wettlauf um Großhandelskapazitäten loszuwerden, bevor eine neue Generation kostengünstigerer Angebote auftaucht.

Telegeography

Höchstes Wachstum in Asien

Der Bandbreitendarf ist laut der Marktstudie in den vergangenen Jahren und besonders während der Covid-Pandemie in allen Regionen der Erde gestiegen. Am stärksten war das Wachstum im Zeitraum von 2015 bis 2019 mit jährlich im Mittel 56 Prozent in Asien. In den bereits weiterausgebauten Märkten in Nordamerika und Europa waren die Wachstumsraten nur geringfügig kleiner. Der Bandbreitenbedarf unterscheidet sich damit stark von anderen Märkten, bei denen das Wachstum mit zunehmender Reife in der Regel stark abnimmt.

Hyperscaler investieren in eigene Kabel

Während kurzfristig vor allen Home-Office den Bandbreitenbedarf erhöht hat, sieht TeleGeography langfristig die großen Hyperscaler als größten Wachstumsfaktor. Es ist daher nicht verwunderlich, dass Amazon, Microsoft, Google und Facebook zunehmend in eigene Unterseekabel investieren.

Derzeit konzentriert sich dieser Ausbau auf die US-amerikanisch-lateinamerikanischen, innerasiatischen, transatlantischen und transpazifischen Routen. In Zukunft werden aber auch weitere Routen folgen, wie bereits Googles Equiano-Kabel, das Afrika verbinden soll, zeigt.

Außerdem sind neue Unterseekabel von Indien nach Singapur und Europa geplant. Eine Prognose des Unternehmens kommt zu dem Ergebnis, dass bis Ende 2020 Unterseekabel im Gesamtwert von 8,1 Milliarden US-Dollar an das Netz angeschlossen werden. Ein Großteil (2,3 Milliarden US-Dollar) wird davon in Transpazifik-Kabel investiert.

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