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KISS – Keep it simple and stupid, wann weniger Design im Web mehr ist

Das KISS Prinzip fordert für ein Problem eine möglichst einfach Lösung zu finden, vor allem, wenn es mehrere Lösungsmöglichkeiten gibt. Das KISS Prinzip wurde angeblich von Kelly Johnson erfunden, der als Ingenieur in einer Firma für Spionageflugzeuge tätig war. Johnson war ein Verfechter des Prinzips und stand dafür, dass er für komplizierte Probleme gerne einfache Lösungen suchte, die jeder verstand.
Dieses Prinzip lässt sich auch gut auf das Webdesign übertragen.

Wenn weniger Design mehr ist

Obwohl das Internet in den letzten Jahren immer mehr Menschen zur Verfügung steht, haben sich viele Menschen noch nicht an den Umgang mit dem Internet und damit an die neuen Medien gewöhnt. Viele sind durchaus interessiert und möchten das neue Medium für sich nutzen, kommen aber nicht wirklich mit Browsern, Emails & Co. klar. Hinzu kommen die Gefahren, die durch das Internet auftreten können und somit sind viele derart verschreckt, dass sie die neuen Medien nicht mehr für sich nutzen möchten. Immer neue Schreckensmeldungen von Hackern und Pishing-Emails tun ihr übriges und schnell hat der User nur noch wenig Lust sich dem auszusetzen.

Tut der User es dennoch und versucht die Möglichkeiten zu nutzen, die das Internet bereitstellt, stößt er auf überfrachteten Webseiten, die vor Werbung nur so strotzen, schnell an seine Grenzen. Auch die immer noch beliebten Pop-Ups, die den User unablässig auffordern, seine Emailadresse für ein Newsletter Abonnement einzutragen, tun ihr Übriges. So ist es nicht verwunderlich, wenn man immer noch hört: „Internet? Das ist nichts für mich!“.

Dabei könnte es das durchaus sein. Wenn die Webdesigner sich an ein einziges Designprinzip halten, bleiben Nutzer viel länger und sind viel schneller geneigt, sich auf der Webseite zu beteiligen und ihre Emailadresse zu hinterlassen: „Keep it simple and stupid“ heißt das Prinzip und bedeutet nichts anderes als das die Webseite für jeden zugänglich sein sollte – ganz egal, welchen Browser er nutzt, ob er mobil oder am Computer zur Werseite surft und, ob er nur Informationen sucht oder sich in den Newsletter eintragen möchte.
Je aufwendiger das Design ist und je mehr es den Nutzer verwirrt, desto schneller ist dieser geneigt, eine andere, vielleicht ähnliche Webseite aufzusuchen – schließlich gibt es bei den Millionen Webseiten im Internet immer eine Alternative.

Schon Einstein kannte das KISS Prinzip

Einstein hat damals nicht die Worte Keep it simple (and) stupid benutzt, sagte allerdings, dass man etwas, das man nicht erklären kann, selber nicht gut genug versteht. Und darauf beruht letztlich auch das KISS Prinzip. Denn wer eine überfrachtete Webseite sein eigen nennt und nicht weiß, wie er zu welcher Seite kommt, dafür aber seine User immer wieder mit einem Pop-Up stört, der kann auf seiner eigenen Webseite nicht navigieren oder den Sinn und Zweck seiner Webseite irgendjemandem erklären.

Wie kann man also seine Webseite so umgestalten, dass sie für jeden nutzbar ist?

Zunächst einmal sollte jedem Webdesigner bewusst sein, dass das Design einer Webseite nur die Aussage, die diese haben sollte, unterstützt. Somit sollte jeder Webdesigner erst einmal herausfinden, was sein Kunde mit seiner Webseite erreichen möchte. Möchte er seine Kunden informieren? Möchte er diese dazu bewegen Kontakt mit ihm aufzunehmen? Möchte er, dass sie sich in seinen Newsletter eintragen? Auf diese Absicht sollte die Webseite ausgelegt sein. Am besten ist immer, wenn man nicht zu viele Absichten gleichzeitig abdecken möchte. So kann die Seite grundsätzlich darauf abzielen, einen Kontakt zum Kunden aufzunehmen. Eine einzelne Landing Page kann jedoch die Absicht verfolgen die Emailadresse des Kunden zu bekommen, um ihn wieder anzusprechen.
Wenn Sie die im Hinterkopf behalten, egal ob Sie der Webdesigner sind oder eine Webseite für Ihr Unternehmen aufbauen möchten, wird schnell deutlich, dass es nicht darum geht, den neusten Trend im Webdesign abzudecken. Dieser kann schon morgen wieder der Vergangenheit angehören. Die Inhalte, die Sie zur Verfügung stellen, hoffentlich nicht. Wenn Sie also nun erst einmal überlegen, welchen Zweck Ihre Webseite verfolgen soll und welche Inhalte Sie dafür benötigen, ergibt sich das Design meistens wie von selbst.
Sobald Sie diese Fragen beantworten können, wissen Sie bereits, ob Sie einen Blog benötigen, den Sie mit immer wieder neuen Informationen bestücken, ob es sinnvoll ist, Ihren Kunden einen Newsletter anzubieten oder ob es genügt, Informationen über Ihr Angebot zusammenzustellen.

Testen Sie KISS

Sobald Ihre Webseite steht, lassen Sie sie von Freunden oder Familie überprüfen. Dazu müssen Sie diese nicht erst in das KISS Prinzip einweihen. Vielmehr ist wichtig, dass Sie ein Feedback von Ihnen bekommen, wofür Ihre Webseite steht.
Eine gute Idee ist es, seinen Testern einen kurzen Fragebogen zu geben:

1. Können Sie sofort erkennen, worum es auf der Webseite geht? Wenn ja, worum?
2. Finden Sie sich auf der Webseite zurecht?
3. Finden Sie alles, wonach Sie gesucht haben? Wenn nicht, was fehlt Ihnen?

Natürlich können Sie die Liste dieser Fragen beliebig erweitern. Wichtig ist, dass Sie nicht zu viele Fragen stellen sollten. Niemand möchte sich so intensiv in eine Webseite einarbeiten, die ihn vielleicht nicht einmal vom Thema her interessiert. Es geht bei den Fragen eher darum, erste Eindrücke zu sammeln und zu gucken, ob Ihre Webseite wirklich das KISS Prinzip verfolgt und der User weiß, worum es geht und wo er welche Informationen findet.

Fazit

Oftmals glauben Webdesigner und Auftraggeber, dass die Webseite viel umfangreicher und schöner sein muss, als wirklich nötig ist. Der Kunde möchte schließlich eines: Die Informationen finden, die er benötigt. Ihm geht es nicht darum vom Design mit Slidern, Pop-Ups, Animationen oder ähnlichem abgelenkt zu werden. Wenn die Animation dazu dient, etwas zu verstehen, ist sie natürlich willkommen. Dient sie allerdings nur dazu in den Augen des Webdesigners etwas „schicker“ zu machen, unterstützt sie weder das KISS Prinzip noch hilft sie den User durch die Seite zu führen und zu verstehen, was das Unternehmen anbietet. Es ist also wichtig noch vor der Programmierung der Webseite genau festzulegen, welchen Zweck sie verfolgen soll. Nur so können Sie Ihre Besucher und potentiellen Kunden da abholen, wo Sie stehen.
Nur wenn Sie dies mit dem Design der Webseite erreichen, unterstützen Sie Ihre Kunden auf die bestmögliche Weise.
Fragen Sie sich daher immer wieder, ob Sie das KISS Prinzip angewandt haben – als Designer und als Webseitenbesitzer. Nur so bieten Sie Ihren Nutzern ein optimales Erlebnis, das Sie nicht davon abhält, mit Ihrem Angebot in Kontakt zu kommen.

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