Litespeed Webserver (LSWS) schneller als alle anderen

LiteSpeed – Hosting Software mit dem Besten aus zwei Welten

Server sind das Gedächtnis des Internets. Überall auf der Welt werden bei Hostern Inhalte von Webseiten, die bei ihnen angesiedelt wurden, gespeichert und verwaltet. Sie warten darauf, von Interessenten abgerufen zu werden, um sich irgendwo auf der Welt auf einem Bildschirm zur Darstellung dieser Webseite mit all ihren angelegten Funktionen wiederzufinden. Damit das schnell und verlustfrei geschieht, braucht jeder Webserver eine eigene Software, die Massen an gespeicherten Informationen verwalten, hervorsuchen und abschicken kann. Eine davon ist LiteSpeed, wenn auch nicht die dominierendste. Im Lauf der letzten Jahre ist der Anteil von LiteSpeed in der Verwendung durch Webserver kontinuierlich gestiegen. Im Sommer 2021 war sie auf 10 % aller Webserver zu finden, was ihr den vierten Platz an Popularität unter ihren Mitbewerbern verschafft. LiteSpeed Web Server ist keine kostenlos erhältliche Webserver Software, sondern wird lizensiert von LiteSpeed Technologies vertrieben. Allerdings gibt es auch eine kostenfreie Open Source Variante, die ‚OpenLiteSpeed‘ genannt wird.

Kurzer Rückblick auf den Werdegang von LiteSpeed

LiteSpeed Technologies wurde im Jahr 2002 gegründet mit Teamleiter George Wang an der Spitze. Der offizielle Start des ersten LiteSpeed Webservers wurde dann am 1. Juli 2003 getätigt als Webserver mit vollem Funktionsumfang. 2007 änderte sich der Name zu LiteSpeed Web Server Enterprise, die Software wurde konfiguriert als kompatibler Ersatz zu Apache, einer anderen Webserver Software. Im selben Jahr wurde eine Integration von cPanel, DirectAdmin und Plesk vollzogen. Die neue Generation für Webseiten HTTP/2 wurde mit Version 5.0 im Jahr 2015 unterstützt, die neueste Generation HTTP/3 kam im Juli 2019 hinzu. Es soll der erste Web Server überhaupt für HTTP/3 gewesen sein, unter allen Web Server Anbietern. Seit 2017 bietet LiteSpeed Web Server die Unterstützung von QUIC. Die Updates zur Versionsgeneration 6.0 begannen Ende März 2021. Die derzeit letzte Versionsnummer von LiteSpeed steht bei 6.0.10. vom 21. Oktober 2021. LiteSpeed ist geschrieben in den Programmiersprachen C und C++. Es läuft auf Linux-Betriebssystemen wie CloudLinux, AlmaLinux, Centos, Fedora, Bebian,Ubuntu auf FreeBSD mit Unix, und Red Hat von IBM.

Im Wettbewerb mit Apache und Nginx

Im April 2020 soll LiteSpeed auf 69 % aller QUIC Webseiten in Verwendung gewesen sein, sowie auf 47,6 % aller Webseiten, die HTTP/3 zu diesem Zeitpunkt bereits einsetzten. Die Kompatibilität zum weit verbreiteten Apache spielt dabei sicher eine Rolle. Immerhin werden 60 % aller Linux-verwalteten Webseiten (Stand September 2021) über Apache oder Nginx ausgegeben. LiteSpeed ist in der Lage, Apache Konfigurationen direkt zu laden und damit wie Apache zu arbeiten, während es vollintegriert in weitverbreiteten Systemsteuerungen zu finden ist. Während Apache Funktionen 1:1 ersetzt werden, benutzt LiteSpeed jedoch wie Nginx einen vorfallsgesteuerten Ansatz, um Anfragen zu bearbeiten. Apache dagegen ist prozessorientiert. LiteSpeed verfolgte schon immer den Ansatz, mit einem Schwerpunkt auf Performance entwickelt zu sein. Das macht sich im Vergleich zu Apache und Nginx bemerkbar. Während LiteSpeed mit der .htaccess Datei von Apache klarkommt, kann Nginx damit nichts anfangen und benötigt eine eigene Konfiguration. Für LiteSpeed wird ein beträchtlicher Performancegewinn, eine verringerte Reaktionszeit und höhere Skalierbarkeit angeführt.

Performance Optimierung mit LiteSpeed

Diese ereignisorientierte Webserver Architektur setzt sich zunehmend durch, wo Performance ein entscheidender Faktor ist. Das Ressourcenmanagement ist bis zum Anschlag auf Effizienz getrimmt, was den Bedarf an Rechenaufwand in der CPU und Beanspruchung von RAM Speicherplatz für die Webseite deutlich absenkt. Tausende Verbindungen können gleichzeitig bei geringstem Einsatz der Ressourcen gehandhabt werden, ohne dass Zugeständnisse an Kompatibilität oder Sicherheit gemacht werden müssten. Der Anspruch an Ressourcen sinkt dabei erheblich, was der Ereignisorientierung statt Prozessorientierung geschuldet ist. Das hat LiteSpeed mit der Konkurrenzsoftware Nginx gemein, verzichtet aber gleichzeitig nicht auf das dicke Plus an Vorteilen durch die Kompatibilität mit Apache Befehlen. Sozusagen das Beste aus zwei Welten in sich vereint. Streng genommen müssen für Apache geschriebene Scripts also nicht einmal für LiteSpeed umformuliert werden, da sie ja von diesem verarbeitet werden können. In der Praxis verwenden viele Websites die .htaccess Datei zur Steuerung von Anfragen. Litespeed unterstützt 100% Apache und kann somit auch mit den .htaccess Dateien umgehen. Ein Wechsel von Apache zu Litespeed ist somit innerhalb weniger Minuten erledigt.

Google freut sich über schnelles Laden

Über schnelle Ladezeiten freut sich nicht nur der Betreiber einer Webseite, sondern es kommt auch der Bewertung durch Google für das Ranking von Suchergebnissen zugute. Wer schneller verfügbar ist, landet weiter vorne. Im Rennen um die besten Plätze wird darum der Blick auf die Performance der Webserver Software angeraten sein – und hier ist eine der Stärken von LiteSpeed angesiedelt. Bei einer prozessorientierten Grundlage wird für jede aufgebaute Verbindung ein eigener Prozess erzeugt. Wenn davon viele gleichzeitig eintreffen, muss die Performance leiden, weil der Server rascher an seine Ressourcenlimits geführt wird. Anders bei einem ereignisgesteuerten Verfahren. Hier werden alle Verbindungen zu einem einzigen Prozess zusammengefasst, was natürlich die Ressourcen schont. Hardware muss weniger üppig ausfallen, kostet den Serverbetreiber darum weniger, und DDoS Angriffe können besser abgefangen werden. DDoS Angriffe sind deshalb gefährlich, weil sie durch absichtlich herbeigeführte Überforderung durch Unmengen unlösbarer Anfragen ganze Server lahmlegen können. Ein Schutz dagegen ist also mehr als wünschenswert. LiteSpeed erledigt das durch Limitieren der als Angreifer identifzieren IP-Adressen, verwendet ein reCAPTCHA auf Serverseite, das ein menschliches Agieren notwendig macht, und setzt optimiertes ModSecurity und einen SSL-Renegotiation Schutz ein.

Das Wirken mit QUIC und HTTP/3

Ohne Hypertext Transfer Protocol – HTTP – geht nichts im Internet. Der Standard wurde 1991 als Norm für das Laden von Webseiten aufgestellt und 1999, 2015 und 2016 durch neue Generationen verbessert zu sukzessive HTTP/1.1, HTTP/2 und HTTP/3. Dieses letzte große Update verarbeitete Daten von Google und führte das QUIC Protokoll ein. LiteSpeed stellte sich als einer der ersten Web Server auf die neue Technologie ein. HTTP/3 ist zwar immer noch abwärtskompatibel und lässt den Browser umschalten auf HTTP/2 oder noch weiter zurück, wenn die Seite den neuen Standard nicht unterstützt, aber man sollte schon der Performance zuliebe auf HTTP/3 nicht verzichten. QUIC ist dabei das neue Transportprotokoll, das auf UDP aufbaut und die Mängel von TCP und TLS Verschlüsselung in HTTP/2 zurücklässt.

LSCache mit statischem Content

Die Regel ist, dass Anfragen auf einem Server so gehandhabt werden, dass mit jedem Aufruf von der Server Festplatte Daten geladen und dem Anfragenden zur Verfügung gestellt werden. Zwar sind durch neuere Speichertechnologien wie SSD-Speicher die Zugriffszeiten verkürzt worden, doch tritt bei großen Installationen dynamischen Charakters immer noch ein Flaschenhals auf, wenn die Informationen nicht so schnell von dem Speichermedium gelesen werden können, wie es nötig wäre. Eine Entlastung für den Webserver wird erzielt durch Web-Caching – und da kommt LSCache ins Spiel. Einmal abgefragt durch eine Anfrage, wird die Information nicht fallengelassen, sondern vom Cache gespeichert. Sollte dieselbe Information dann wieder abgefragt werden, ist sie schneller verfügbar und es braucht keinen Zugriff auf die Datenbank.

LSCache mit dynamischem Content

Noch wichtiger wird der LSCache, wenn nicht mit statischem Content auf einer Webseite mittels Zwischenspeicherung im RAM verfahren werden soll, sondern mit dynmischem Content. Der Cache braucht Anweisungen, wie er damit umspringen soll. So kann es sich um Inhalte handeln, die nur einem bestimmten User zugeordnet sind, wie ein Warenkorb auf einem Webshop. Oder noch sensibler, die hinterlegten Bankdaten. Solche Details dürfen nie über einen Cache versehentlich an einen anderen User ausgegeben werden. Bekannte Web-Caches wie Varnish, Nginx oder bei Apache müssen mit hohen Ansprüchen an Sorgfalt und technischen Kenntnissen feineingestellt werden. Weshalb sie oft fehlen oder fehlerhaft konfiguriert sind. Ein LSCache von LiteSpeed ist dagegen leicht einzurichten, bei etlichen CMS kann das mit wenigen Handgriffen geschehen. Für den LSCache müssen keine Skripts angepasst werden, es reicht, wenn das LSCache-Plugin in der Anwendung fürs Web aktiviert wird. Neben der Zwischenspeicherung im RAM wird damit eine Optimierung verbunden, die CSS, HTML und Java Dateien für zusätzliche Schnelligkeit komprimiert und nur Funktionen der jeweiligen Seite ausgibt die für die Darstellung benötigt werden. Das spart nicht verwendeten CSS Code ein.

LSCache und Magento

Für LSCache gibt es keine Einschränkung, wie viele Objekte gleichzeitig bearbeitet und zwischengespeichert werden können. Die unterstützten Anwendungen sind unter anderem WordPress, Joomla, Prestashop, Opencart, Xenforo und Drupal. Komplizierter wird es jedoch, wenn der Webserver Magento hosten soll. Ab der Site Owner Lizenz (siehe Abschnitt zu Lizenzen) ist über LSCache hinaus der LiteMage Starter wählbar, ohne Aufpreis. LiteMage ist eine Art spezielle LSCache für Magento Webshops. Hier kann man wählen zwischen LiteMage Starter, der bis zu 1500 Magento Objekte handhaben kann, mit LiteMage Standard bekommt der Kunde die nächsthöhere Schwelle von maximal 25000 Magento Objekten zugesichert. LiteMage Unlimited schließlich kennt keine Obergrenzen mehr, weder für eine reine LSCache noch für eine Magento Objektanzahl. Sowohl Magento 1 als auch Magento 2 bekommen eigene LiteMage Plugins.

OpenLiteSpeed – die Open Source Variante, was bringt sie?

Eine Version von LiteSpeed ist als Open Source Variante unterwegs und kostet nichts. Es ist brauchbar für private Seiten, die sich nicht häufig ändern. Um eine .htaccess Datei zu laden müsste OpenLiteSpeed erst neu gestartet werden. Der Cache ist etwas abgespeckt im Vergleich zu den Web Server Versionen, statt voller Apache Kompatibilität bekommt man hier bei OpenLiteSpeed Apache-kompatible Rewrite Regeln mitgegeben. Die Kompatibilität zu CyberPanel und DirectAdmin ist gegeben, noch nicht zu cPanel und Plesk. Der Support beschränkt sich darauf, was die Anwendercommunity an Expertisen geben kann, ein voller Profi-Support ist den höheren Versionen vorbehalten. SSL Offloading und Schutz vor WordPress Brute Force Angriffen gibt es für OpenLiteSpeed noch nicht. Magento 1 und Magento 2, auch PrestaShop und Shopware werden nicht durch Plugins unterstützt. Auch Edge Side Includes (ESI) als Werkzeug, um Webseitenentwicklern zu ermöglichen, einen Teil der Seite als separat zu prozessieren auszugliedern, findet man nicht in OpenLiteSpeed. LiteSpeed zum Ausprobieren gibt es ferner mit Probe Lizenzen, die 15 Tage lang gültig sind – dafür wird ‚Web Host Professional‘ mit LiteMage Unlimited + LSCache angeboten.

Die vielseitigen Lizenzierungsmodelle

Bei LiteSpeed Technologies kostet eine LiteSpeed Anwendung für eine einzige (Top-Level) Domain, beschränkt auf 2 GB Datenmenge, als Starterpaketlizenz erst mal gar nichts. Darüber gibt es gestaffelte Preise nach Funktionsumfang und Größe der Webserverbedarfs. Nach dem ‚Free Starter‘ wird unterschieden nach Lizenzen zwischen ‚Site Owner‘ und ‚Site Owner Plus‘, und für Hostfirmen die Pakete ‚Web Host‘ Lite / Essential / Professional / Enterprise / Elite. Domains sind bei ‚Site Owner‘ Versionen limitiert auf fünf, mit 8 GB bzw unbegrenzte RAM Verwendung. Während ‚Web Host Lite‘ ebenfalls eine Beschränkung auf 8 GB RAM kennt, sind alle anderen ‚Web Host‘ Lizenzen unbegrenzt in Domain Anzahl und RAM Einsatz, ihre Unterschiede spielen sich in Arbeitsprozessen ab – die Zahl dafür ist für alle untergeordneten Lizenzen 1 – ab ‚Web Host Professional‘ steigert sich die Zahl von 2 (Professional) auf 4 (Enterprise), oder ist konfigurierbar (Elite). Sollte man versuchen, eine LiteSpeed Lizenz auf einem Web Server mit mehr RAM als mit der spezifischen Lizenz gestattet zu betreiben, erhält man eine Fehlermeldung. Zwischen den Lizenzen kann immer hoch- oder runtergeschaltet werden, wenn die Eigenschaften zu gering oder zu umfangreich für das Hosting sein sollten. LiteSpeed bietet sowohl Leasing als auch Kauf (Besitz) von Lizenzen an, letztere mit einem Jahr kostenloser Updates inklusive. Ein deutscher Litespeed Partner ist die webhoster.de AG die den Litespeed Enterprise Server für ihre Hosting Server und Managed Server verwendet.

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