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WordPress Multisite in Plesk installieren: Die umfassende Anleitung für Agenturen und Unternehmen

Die Installation von WordPress Multisite in Plesk bietet Agenturen und Unternehmen eine zentrale Lösung zur Verwaltung mehrerer Websites mit einer einzigen WordPress-Instanz. Diese Anleitung zeigt Schritt für Schritt, wie du ein stabiles und erweiterbares Multisite-Netzwerk in Plesk einrichtest und professionell betreibst.

Zentrale Punkte

  • Multisite aktivieren direkt in der wp-config.php über Plesk
  • WordPress Toolkit von Plesk erleichtert Installation und Updates
  • Subdomain oder Unterverzeichnis als strukturentscheidende Wahl
  • Admins und Rechte für jede Site individuell zuweisbar
  • Skalierbarkeit durch Support für stetig wachsende Netzwerke

Voraussetzungen und Strukturplanung

Bevor du WordPress Multisite in Plesk aktivierst, musst du einige technische Komponenten abstimmen. Entscheide zuerst, ob du neue Websites als Subdomains (z. B. blog.agentur.de) oder Unterverzeichnisse (z. B. agentur.de/blog) aufbauen willst. Diese Entscheidung ist dauerhaft und kann nach der Einrichtung nicht einfach geändert werden.

Deine Hauptdomain sollte bereits im Plesk-Dashboard hinterlegt, vollständig eingerichtet und mit einem aktiven SSL-Zertifikat geschützt sein. Für beste Performance sollte dein Hosting auf SSD-Technologie basieren und aktuelles PHP unterstützen – dazu bietet dir PHP 8.2 in Plesk deutlich erhöhte Kompatibilität und Geschwindigkeit.

Besonders bei Agenturen mit mehreren Kundenprojekten lohnt sich frühzeitig eine klare Struktur für die einzelnen Sites und Nutzerrechte. So vermeidest du spätere Hürden bei Skalierung oder Rechteverteilung im Netzwerk.

WordPress erstmalig über Plesk installieren

Im Plesk WordPress Toolkit installierst du WordPress mit wenigen Klicks:

  1. Öffne das Plesk Dashboard und wähle unter „Websites & Domains“ die Ziel-Domain.
  2. Klicke im Bereich „WordPress“ auf „Installieren“.
  3. Wähle Installationspfad, Admin-Name, ein sicheres Passwort und gültige E-Mail-Adresse.
  4. Aktiviere gegebenenfalls automatische Updates und Performance-Einstellungen.

Nach der Installation kannst du direkt über Plesk auf das Backend deiner Site zugreifen. WordPress ist damit vollständig einsatzbereit und verwaltbar.

Multisite-Modus aktivieren

Um WordPress auf Multisite umzustellen, öffne im Plesk-File-Manager unter deiner Domain die Datei wp-config.php. Suche die Zeile /* That's all, stop editing! Happy publishing. */ und füge direkt davor folgende Zeile ein:

define('WP_ALLOW_MULTISITE', true);

Speichere die Datei und lade das Backend neu. Gehe nun im WordPress-Dashboard zu „Werkzeuge > Netzwerk-Einrichtung“. Hier entscheidest du über die Art der Struktur (Subdomain oder Unterverzeichnis).

Gib einen Netzwerk-Titel und eine Admin-Adresse an. Nach dem Speichern zeigt dir WordPress automatisch alle notwendigen Codesnippets.

Wichtige Code-Anpassungen

Die nächste Phase erfordert das Einfügen spezifischer Code-Blöcke, welche die Multisite-Funktion aktivieren:

wp-config.php

define('MULTISITE', true);
define('SUBDOMAIN_INSTALL', false); // true für Subdomains
define('DOMAIN_CURRENT_SITE', 'deine-hauptdomain.de');
define('PATH_CURRENT_SITE', '/');
define('SITE_ID_CURRENT_SITE', 1);
define('BLOG_ID_CURRENT_SITE', 1);

.htaccess

Ersetze die Standard-WordPress-Regeln mit den von WordPress bereitgestellten Rewrite-Regeln. Syntax und Reihenfolge müssen exakt eingehalten werden, da sonst Weiterleitungen fehlschlagen.

Netzwerk testen und verwalten

Nach Abschluss der Anpassungen loggst du dich erneut ins Backend ein. Im oberen Admin-Menü erscheint jetzt ein neuer Punkt: Netzwerk-Admin. Hier kannst du neue Sites anlegen, Plugins global installieren oder deaktivieren und Themes zuweisen.

Teste möglichst frühzeitig die Erreichbarkeit und Funktionalität einzelner Testseiten. Prüfe insbesondere:

  • SSL-Zertifikate für Subdomains oder Verzeichnisse
  • Adminrechte für zusätzliche Benutzer
  • Fehlerfreie Darstellung und Ladezeiten

Für professionelle Abläufe eignet sich das Setzen einer Staging-Umgebung. Lies dazu, wie du Staging für WordPress in Plesk einrichtest und gefahrlos testest.

Skalierung und Hosting-Vergleich

Ein typisches Multisite-Setup wächst oft schnell. Zusätzliche Sites, Nutzer und Datenbelastung machen die Auswahl des richtigen Hostings entscheidend. Die folgende Tabelle zeigt Kernanforderungen eines Multisite-Netzwerks im Vergleich zu einem Standard-Setup:

Feature WordPress Einzelinstallation WordPress Multisite
Update-Aufwand Einzeln je Site Zentral über Netzwerk-Admin
Benutzerverwaltung Lokal pro Site Zentral über Super-Admins
Backup Pro Site individuell Automatisch über Plesk zentriert
Ressourcennutzung Gering Mittel bis hoch (abhängig vom Traffic)

Rechte und Sicherheit im Netzwerk

Sicherheit ist entscheidend beim Betrieb vieler Seiten in einem Verbund. Nutze die in Plesk integrierten Features wie Backup-Manager, Firewall und Security-Scanner. Wechsle regelmäßig Passwörter, beschränke Adminrechte pro Site und nutze Zwei-Faktor-Authentifizierungen.

Agenturen profitieren zusätzlich davon, mehrere Admins oder Redakteure je Site zu definieren. Du entscheidest, welche Plugins und Themes zentral verfügbar sind, und welche nur auf einer bestimmten Site installiert werden dürfen.

Fehlersuche und Best Practices

Typische Stolpersteine treten bei fehlerhaften Code-Änderungen in .htaccess oder wp-config.php auf. Kleine Syntaxfehler können Domains oder SSL-Zertifikate in ihrer Funktion beeinträchtigen. Im Zweifelsfall hilft dir das WordPress Toolkit von Plesk bei der Wiederherstellung auf vorherige Versionen.

Backup-Frequenz und Wiederherstellungstests empfehlen sich besonders beim Hinzufügen neuer Sites. Durch die Backup-Automatisierung kannst du bei Webhoster wie webhosting.de für Agenturen diese Prozesse vollständig automatisieren.

Erweiterte Multisite-Strategien für wachsende Projekte

Wenn die Anzahl deiner Websites im Multisite-Verbund zunimmt, stellt sich oft die Frage nach der optimalen Organisation. Gerade Agenturen, die mehrere Kundenprojekte zentral verwalten, sollten überlegen, wie sie die Struktur ihrer Netzwerke skalierbar halten. Ein klar definierter Benennungsschema kann dabei enorm helfen. So lassen sich Subdomains etwa nach Kunden, Produkten oder Sprachen unterscheiden—zum Beispiel kunde1.deineagentur.de, kunde2.deineagentur.de usw., wenn die Subdomain-Konfiguration gewählt wurde. Bei Unterverzeichnissen kannst du relevante Überbegriffe als Ordnernamen nutzen, etwa deineagentur.de/kampagneA/, deineagentur.de/kampagneB/. Dadurch behältst du stets den Überblick, welche Site zu welchem Kunden oder Projekt gehört.

Darüber hinaus lohnt es sich, die Nutzerrollen effizient einzuteilen. Während Super-Admins uneingeschränkte Rechte im ganzen Netzwerk haben, können Administratoren auf Site-Ebene nur ihre spezifische Seite verwalten. Das reduziert das Risiko von Fehlkonfigurationen, gerade wenn mehrere Kollegen oder Kunden Zugriff haben. Ein weiterer Trick: Verwalte beliebte Plugins auf Netzwerkebene, sodass du zentrale Aktualisierungen vornimmst und die einzelnen Sites davon automatisch profitieren.

Auch in puncto Domain-Mapping erhalten wachsende Projekte häufig Vorteile. Deine Multisite kann so konfiguriert werden, dass jede Subsite eine eigene Domain benutzt. Das ist insbesondere für Kunden oder Abteilungen interessant, die unter ihrem eigenen Markennamen auftreten wollen, aber trotzdem von der zentralisierten Verwaltung profitieren. Domain-Mapping erfordert allerdings eine korrekte DNS-Konfiguration, damit jede zugeordnete Domain auf die gleiche Server-IP und den richtigen Ordner verweist. In Plesk selbst lässt sich dies über den DNS-Einstellungen der Domain relativ einfach einrichten. Einmal korrekt gesetzt, kann jeder Besucher die Site unter einer eigenen Domain aufrufen, ohne zu merken, dass dahinter eine Multisite-Infrastruktur steht.

Performance und Cache für Multisite

Da mehrere Websites dieselbe WordPress-Installation nutzen, spielt Performance und Caching eine wichtige Rolle. Unter anderem solltest du sicherstellen, dass jede Subsite einen individuellen Cache aufbaut, denn sonst können sich Seiteninhalte vermischen und zu unerwünschten Effekten führen. Viele gängige Cache-Plugins wie WP Rocket, W3 Total Cache oder LiteSpeed Cache unterstützen Multisite-Umgebungen mittlerweile nativ. Über den Netzwerk-Admin kannst du die Einstellungen für alle Seiten gleich konfigurieren und musst nicht separat jedes Plugin verwalten.

Zusätzlich lässt sich über das Plesk-Dashboard häufig bereits ein serverseitiges Caching aktivieren, zum Beispiel NGINX-Caching oder ein integrierter Reverse-Proxy-Cache. In Kombination mit PHP 8.2 profitierst du von hohen Ladegeschwindigkeiten, selbst bei zunehmendem Traffic. Achte jedoch darauf, dass du bei jeder Performance-Maßnahme die Kompatibilität überprüfst. In seltenen Fällen kann es zu Konflikten mit älteren Themes oder Plugins kommen, die nicht auf Caching optimiert sind.

SEO und Multisite: Einheitlich oder individuell?

Im Bereich SEO (Suchmaschinenoptimierung) glänzt WordPress Multisite durch seine Flexibilität. Jede Subsite kann eigene SEO-Strategien verfolgen, mit eigenem Titel, eigenen Meta-Angaben und eigenen Permalink-Strukturen. Möchtest du ein einheitliches Markenimage pflegen, bietet sich hingegen eine zentralisierte SEO-Strategie an. So lassen sich etwa globale Meta-Tags oder globale Schema-Elemente netzwerkweit konfigurieren. Plugins wie Yoast SEO oder Rank Math unterstützen diesen Multisite-Ansatz häufig, wobei du zentral Vorgaben treffen kannst, die dann auf die Unterseiten übertragen werden. Gleichzeitig behalten einzelne Admins die Freiheit, Feinjustierungen für ihre spezifischen Seiten vorzunehmen.

Damit Google & Co. jede Site korrekt indexieren, ist eine funktionierende SSL-Verschlüsselung wichtig. Besonders bei Subdomain-Setups kann ein Wildcard-Zertifikat Kosten und Zeit sparen. Dadurch ist jede neu angelegte Subdomain automatisch abgesichert, ohne dass du für jede Subdomain manuell ein SSL-Zertifikat beziehen musst. Schlussendlich solltest du im Netzwerk-Admin prüfen, ob Einstellungen wie die Sichtbarkeit für Suchmaschinen korrekt gesetzt sind. Wenn du eine Test-Site erstellt hast, die nicht im Index auftauchen soll, deaktiviere am besten das öffentliche Crawling. So verhinderst du Duplicate Content oder unerwünschte Testinhalte in den Suchergebnissen.

Risikominimierung und automatisierte Prozesse

Wenn du regelmäßig neue Sites in einem bestehenden Netzwerk hinzufügst, solltest du unbedingt auf automatisierte Prozesse setzen. Nutze die Möglichkeiten von Plesk, automatische Updates für Kern, Themes und Plugins zu aktivieren—forciere aber vorher eine Datensicherung. Gerade bei einer größeren Multisite-Infrastruktur ist das Wiederherstellen im Problemfall sonst zeitaufwändig. Plesk kann diese Sicherungen regelmäßig durchführen und sogar in externe Speichermedien wie FTP oder Cloud-Dienste auslagern.

Darüber hinaus erhöht eine sinnvolle Monitoring-Strategie die Stabilität deines Netzwerks. So kannst du dich per E-Mail oder Slack benachrichtigen lassen, sobald eine Site nicht mehr erreichbar ist. Bei Agenturen empfiehlt sich ein kontinuierliches Monitoring, damit SLA-Versprechen (Service Level Agreements) gegenüber Kunden eingehalten werden. Schließlich reagieren Kunden sensibel, wenn ihre Website offline ist oder extreme Ladezeiten aufweist.

Erweiterte Zugriffssteuerung auf Netzwerkebene

Neben dem klassischen Super-Admin- und Admin-Modell gibt es in WordPress Multisite die Möglichkeit, Rollen und Rechte noch feingliedriger zu verteilen. Ein typisches Beispiel ist der Redakteur, der nur Beiträge und Seiten erstellen oder bearbeiten darf, jedoch keine installierten Plugins oder Themes verändern kann. Bei manchen Projekten kann es sinnvoll sein, dass mehrere Personen redaktionell tätig sind, jedoch ohne vollen Zugriff auf die Netzwerkkonfiguration. Hier setzt du im Netzwerk-Admin genau fest, welche Benutzergruppen auf welche Sites zugreifen dürfen. Entsprechend kannst du für jeden Kunden oder jede Abteilung maßgeschneiderte Rollenmodelle abbilden.

Ein weiteres Sicherheitsmerkmal ist, dass du die Installation neuer Themes und Plugins den Super-Admins vorbehältst. So stellst du sicher, dass nur vertrauenswürdige und aktuelle Erweiterungen das Netzwerk erreichen. Jede unachtsam installierte Erweiterung könnte ein potenzielles Sicherheitsrisiko darstellen oder die Performance beeinträchtigen. Daher ist es meist klüger, die Freigabe neuer Themes und Plugins durch eine zentrale Stelle steuern zu lassen.

Mehrsprachige Websites im gleichen Netzwerk

Viele Agenturen oder größere Unternehmen benötigen mehrsprachige Internetpräsenzen. Statt ein einzelnes WordPress mit einem Mehrsprachen-Plugin zu versehen, bietet sich bei komplexen Anforderungen die Verwaltung von Sprachversionen als separate Sites an. So kannst du beispielsweise en.deineagentur.de, fr.deineagentur.de oder es.deineagentur.de im Netzwerk erstellen. Dadurch ist jede Sprachseite völlig unabhängig konfigurierbar—inklusive eigener Themes, Plugins oder Übersetzerteams. Auf diese Weise vermeidest du potenzielle Konflikte in Mehrsprachen-Plugins und erhältst eine sauber trennbare Struktur.

Als Hybridlösung lässt sich auch ein klassisches Mehrsprachen-Plugin wie WPML oder Polylang auf einer einzelnen Subsite einsetzen, während andere Subsites rein nationale Inhalte fahren. Dies ist vor allem dann nützlich, wenn du bestimmtesprachige Regionen gesondert ansprechen möchtest, während andere Bereiche komplett international ausgerichtet sind.

Langfristige Wartung und Planung

Damit dein Multisite-Netzwerk reibungslos läuft, ist eine langfristige Planung ratsam. Das zuverlässige Setzen von Updates und Backups spart dir im Ernstfall viele Nerven. Außerdem solltest du die Datenbankbelastung nicht unterschätzen: Zwar teilt sich jede Subsite größtenteils die Haupttabellen, doch einige Einträge—wie Kommentare, Post-Metadaten oder benutzerspezifische Angaben—werden pro Site in eigenen Tabellen abgelegt. Achte daher darauf, dass dein Hoster ausreichend Arbeitsspeicher und CPU-Ressourcen bereitstellt, vor allem wenn dein Netzwerk rasant wächst.

Setze dir zudem klare Meilensteine für Monitoring und Performance-Analysen. Erstelle einmal im Monat oder nach großen Content-Updates einen Performance-Report, der zeigt, wie schnell deine Sites laden und welche Subsites eventuell mehr Ressourcen benötigen. Bei Bedarf kannst du Lastspitzen durch Caching-Optimierungen abfangen oder direkt über Plesk mehr Leistungskalierung vornehmen, sofern dein Tarif das zulässt. Eine solche vorausschauende Betreuung stellt sicher, dass dein Netzwerk langfristig rund läuft.

Kurzüberblick am Ende

Ein professionell eingerichtetes WordPress Multisite-Netzwerk in Plesk spart langfristig erheblich Zeit und Wartungskosten. Die Kombination aus zentraler Benutzer- und Plugin-Verwaltung, automatisierter Absicherung und einfacher Skalierbarkeit macht es ideal für Agenturen und Unternehmen mit mehreren Webprojekten. Vorausgesetzt, du achtest auf eine sorgfältige Grundkonfiguration und ein technisch passendes Hosting, arbeiten alle Teile wie in einem System aus einem Guss zusammen.

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