In Technikräumen unter Erdniveau regelt die Klimatisierung vor allem die Temperatur. Viele Anlagen arbeiten mit Umluft und tauschen kaum Außenluft: Die Wärme geht raus, die angereicherte Raumluft bleibt. Neben Feuchte und Staub betrifft das auch Radon, ein radioaktives Edelgas aus dem Untergrund. Wie viel davon im Raum steht, zeigt nur eine Messung über einen ausreichend langen Zeitraum.
Genau dieser Punkt wird in der Betriebspraxis kleiner Server- und Technikräume oft übersehen. Temperatur- und Feuchtesensoren, Rauchmelder und das Monitoring decken viele klassische Betriebsparameter ab. Radon gehört nicht dazu. Kein Sensor in der üblichen Ausstattung erfasst das Gas, und eine Umluftkühlung ändert an seiner Konzentration nichts. Wer den Raum regelmäßig betritt, sollte diesen blinden Fleck kennen und systematisch prüfen.
Das Wichtigste auf einen Blick
- Umluftkühlung ist kein Luftwechsel: Sie senkt die Temperatur, nicht die Radonkonzentration im Raum.
- Radon wird von der üblichen Technikraum-Sensorik nicht erfasst; Temperatur-, Feuchte- und CO2-Sensoren erkennen das Gas nicht.
- Für Arbeitsplätze gilt nach dem Strahlenschutzgesetz ein Referenzwert von 300 Bq/m³ als Jahresmittelwert; die WHO empfiehlt für Innenräume 100 Bq/m³.
- Klarheit über den konkreten Raum schafft nur eine ausreichend lange Radonmessung; für den Jahresmittelwert am Arbeitsplatz wird grundsätzlich über zwölf Monate gemessen.
Warum ist die Luft in Kellerräumen anders als im Rest des Gebäudes?
Kellerräume haben direkten Kontakt zum umgebenden Erdreich, meist wenig oder keine Fenster und oft einen geringeren Luftwechsel als die Geschosse darüber. Bei geringem Luftwechsel können sich Stoffe, die aus dem Untergrund oder aus dem Gebäude selbst in die Raumluft gelangen, stärker anreichern.
Hinzu kommen Druckunterschiede. Temperaturdifferenzen zwischen innen und außen, thermischer Auftrieb sowie mechanische Lüftung können dazu führen, dass im Keller gegenüber dem Erdreich ein leichter Unterdruck entsteht. In diesem Fall kann Bodenluft durch undichte Stellen in Sohle und Wänden in das Gebäude nachströmen.
Ob und wie stark dieser Effekt auftritt, hängt vom jeweiligen Gebäude ab. Bauweise, Abdichtung, Lüftung und Nutzung bestimmen gemeinsam, wie sich die Luft im einzelnen Kellerraum verhält.
Woher kommt Radon im Gebäude?
Radon entsteht beim natürlichen Zerfall von Uran-238 und Radium im Boden. Als radioaktives Edelgas kann es aus dem Erdreich austreten und über undichte Stellen in Gebäude gelangen. Die Konzentration unterscheidet sich von Region zu Region und von Gebäude zu Gebäude. Radon kommt grundsätzlich überall vor, allerdings in sehr unterschiedlicher Menge.
Typische Eintrittspfade sind Risse in Kellersohle und Wänden, undichte Fugen, Boden- und Wanddurchbrüche, Leerrohre, Kabelkanäle sowie Rohrdurchführungen. Für Betreiber von Technikräumen ist dabei ein Detail besonders relevant: Genau die Öffnungen, über die Server- und Versorgungsräume technisch erschlossen werden, können zugleich mögliche Eintrittswege für Bodenluft sein.
Wer mehr darüber erfahren möchte, wie Radon in Gebäude eindringt, findet dort weiterführende Grundlagen.
Kühlt eine Klimaanlage auch die Luftqualität?
Eine Umluftkühlung senkt die Temperatur im Technikraum, nicht die Radonkonzentration. Sie führt Wärme ab, indem sie die vorhandene Raumluft kühlt und erneut verteilt. Ein nennenswerter Austausch mit Außenluft findet in einem geschlossenen Umluftsystem dagegen nicht statt.
Anders funktioniert eine Freikühlung mit Außenluft. Dabei wird unter geeigneten Bedingungen tatsächlich Außenluft zugeführt und Raumluft abgeführt. Das beeinflusst nicht nur die Temperatur, sondern auch die Zusammensetzung der Raumluft.
Auch das Kaltgang-Warmgang-Prinzip erfüllt eine andere Aufgabe. Es trennt warme und kalte Luftströme und verbessert dadurch die Effizienz der Kühlung. Einen Außenluftwechsel ersetzt diese Anordnung jedoch nicht.
Ein Serverraum kann deshalb thermisch sehr stabil betrieben werden und trotzdem einen geringen Luftaustausch aufweisen. Wärmeabfuhr und Luftwechsel sind zwei unterschiedliche Aufgaben und sollten auch getrennt bewertet werden.
Welche Luftwerte im Technikraum werden überwacht – und welcher fehlt?
In Technikräumen werden typischerweise Temperatur und Luftfeuchte überwacht. Je nach Ausstattung kommen Staub- oder Partikelsensoren, CO2-Sensoren, Rauchmelder und Leckageüberwachung hinzu.
Radon ist farb-, geruch- und geschmacklos und wird von keiner dieser Sensorklassen erfasst. Für die Bestimmung der Radonkonzentration ist daher eine eigene Messung erforderlich.
| Parameter | Ursache im Kellerraum | Wird üblicherweise gemessen mit | Senkt Umluftkühlung den Wert? | Was hilft tatsächlich |
|---|---|---|---|---|
| Wärme | Abwärme von Servern und Netzteilen | Temperatursensoren, Monitoring | Ja | Umluftkühlung, Freikühlung, Kaltgang-Warmgang-Führung |
| Luftfeuchte | Bodenfeuchte, Kondensation, Außenluft | Hygrometer | Nur bei zusätzlicher Entfeuchtung | Klimatisierung mit Entfeuchtung, Abdichtung, geregelter Luftwechsel |
| Staub | Bauarbeiten, Außenluft, Nutzung | Partikel- und Staubsensoren | Nein | Filterung, Sauberkeit, kontrollierte Zuluft |
| CO2 | Personenaufenthalt und Atemluft | CO2-Sensoren | Nein | Außenluftwechsel, Lüftung |
| Radon | Eintrag aus dem Erdreich über Risse und Durchführungen | Eigene Radonmessung | Nein | Messung, Außenluftwechsel, Abdichtung der Eintrittspfade |
Für Wärme, Feuchte, Staub und CO2 stehen etablierte Sensor- und Gebäudetechnikmaßnahmen zur Verfügung. Radon unterscheidet sich davon, weil es eine eigene Messung erfordert und durch reine Umluftkühlung weder erfasst noch gezielt reduziert wird.
Wie hoch darf der Radonwert am Arbeitsplatz sein?
Für Arbeitsplätze gilt in Deutschland ein Referenzwert von 300 Bq/m³ als Jahresmittelwert. Das Strahlenschutzgesetz (StrlSchG) legt diesen Wert für die über das Jahr gemittelte Radon-222-Aktivitätskonzentration an Arbeitsplätzen in Innenräumen fest.
Die WHO empfiehlt für Innenräume einen Referenzwert von 100 Bq/m³ als Jahresmittelwert. Wenn dieser unter den jeweiligen nationalen Bedingungen nicht erreichbar ist, sollte ein national festgelegter Referenzwert nach der WHO 300 Bq/m³ nicht überschreiten.
Wichtig ist die Begriffstrennung: Ein Referenzwert ist kein Grenzwert. Er dient als Maßstab dafür, ob Maßnahmen zur Verringerung der Radonkonzentration geprüft oder umgesetzt werden sollten. Für Wohnräume und Aufenthaltsräume sollte deshalb ebenfalls nicht pauschal von einem Grenzwert gesprochen werden.
Messergebnisse werden in Bq/m³ angegeben und für die rechtliche Einordnung auf den Jahresmittelwert bezogen.
Muss Radon in einem Technikraum gemessen werden?
Nicht pauschal. Die Messpflicht nach § 127 StrlSchG gilt unter anderem für Arbeitsplätze im Keller- oder Erdgeschoss innerhalb eines Radon-Vorsorgegebiets. Sie gilt außerdem für bestimmte gesetzlich definierte Arbeitsfelder sowie in Fällen, in denen die zuständige Behörde eine Messung anordnet.
Ein Serverraum im Keller ist deshalb nicht automatisch messpflichtig. Entscheidend ist unter anderem, wo sich das Gebäude befindet, wie der Raum genutzt wird und ob einer der gesetzlich definierten Fälle vorliegt.
Radon-Vorsorgegebiete sind Regionen, in denen erwartet wird, dass der Referenzwert in einer beträchtlichen Zahl von Gebäuden überschritten wird. Ob ein Standort dazugehört, lässt sich über die Karten des Bundesamts für Strahlenschutz zu Radon im Boden prüfen.
Diese Karten ersetzen jedoch keine Messung im konkreten Raum. Sie zeigen regionale Wahrscheinlichkeiten und keine tatsächlichen Innenraumwerte.
Außerhalb gesetzlicher Messpflichten kann eine Messung dennoch sinnvoll sein, insbesondere bei regelmäßig genutzten Räumen unter Erdniveau. Auch außerhalb eines Radon-Vorsorgegebiets können erhöhte Konzentrationen auftreten, weil Gebäudestruktur, Abdichtung und Luftwechsel den Wert im einzelnen Raum mitbestimmen.
Homeoffice-Arbeitsplätze fallen derzeit nicht unter die entsprechende Messpflicht nach § 127 StrlSchG.
Wie messe ich Radon in einem Kellerraum richtig?
Für eine gesetzlich relevante Bestimmung des Jahresmittelwerts an einem Arbeitsplatz wird die Radonkonzentration grundsätzlich über zwölf Monate gemessen. Passive Exposimeter sind dafür ein etabliertes Verfahren, weil sie die Konzentration über einen langen Zeitraum erfassen und saisonale Schwankungen abbilden.
Die Messung erfolgt nach DIN ISO 11665-4. Die Auswertung wird von einem nach DIN ISO 17025 akkreditierten Labor vorgenommen. Für Messungen an Arbeitsplätzen sind Detektoren beziehungsweise Messsysteme einer vom Bundesamt für Strahlenschutz anerkannten Stelle erforderlich. Welche Stellen anerkannt sind, zeigt die Liste der anerkannten Radon-Messstellen.
Auch die Platzierung beeinflusst die Aussagekraft. Der Detektor gehört in den relevanten Aufenthaltsbereich, nicht unmittelbar an Lüftungsöffnungen und nicht auf warme Geräte oder Server.
Wer einen Kellerraum als Arbeitsplatz nutzt, findet bei Angeboten zur Radonmessung an Kellerarbeitsplätzen Informationen zu normgerechter Messung und Laborauswertung. Die Detektoren sollten nicht selbst ausgewertet werden; diese Aufgabe übernimmt die dafür vorgesehene Stelle beziehungsweise das Labor.
Die wichtigsten Messmethoden unterscheiden sich deutlich in Zweck und Aussagekraft:
| Methode | Messdauer | Aussagekraft | Anerkennung und Akkreditierung | Eignung für Technikräume |
|---|---|---|---|---|
| Passives Exposimeter mit Laboranalyse | Grundsätzlich zwölf Monate für den Jahresmittelwert am Arbeitsplatz | Belastbarer Jahresmittelwert | Analyse durch akkreditiertes Labor; bei Arbeitsplätzen über BfS-anerkannte Stellen | Sehr gut für die rechtliche und langfristige Einordnung |
| Passive Kurzzeitmessung | Tage bis wenige Wochen | Erste Orientierung, stärker von kurzfristigen und saisonalen Schwankungen beeinflusst | Kein Ersatz für die anerkannte Jahresmittelmessung | Als orientierende Vorprüfung geeignet |
| Digitales Messgerät zur Eigenanzeige | Kontinuierlich | Zeigt aktuelle Werte und Trends | Keine akkreditierte Laborauswertung | Ergänzend sinnvoll, kein Ersatz für den anerkannten Jahresmittelwert |
| Kontinuierliche Dauerüberwachung | Dauerhaft | Hohe Detailtiefe zu zeitlichen Verläufen | Abhängig von Messsystem und Einsatzkontext | Für spezielle Fragestellungen und Verlaufskontrolle |
Für die Bestimmung des gesetzlich relevanten Jahresmittelwerts an einem Arbeitsplatz ist die Langzeitmessung über eine vom BfS anerkannte Stelle der maßgebliche Weg. Kurzzeit- und Digitalmessungen können ergänzende Hinweise liefern, ersetzen diese Messung jedoch nicht.
Reicht Lüften gegen Radon im Keller?
Ein ausreichender Außenluftwechsel kann die Radonkonzentration senken. Die Wirkung besteht jedoch nur, solange tatsächlich genügend Luft ausgetauscht wird und keine großen Mengen Radon aus dem Erdreich nachströmen.
Für einen Technikraum mit reiner Umluftkühlung bedeutet das: Kühlung allein reicht nicht aus. Zusätzlicher Außenluftwechsel kann ein Teil der Lösung sein, sollte aber zur jeweiligen Gebäudesituation passen.
Bauliche Maßnahmen setzen direkt an den Eintrittspfaden an. Dazu gehören etwa das Abdichten von Fugen, Rissen, Kabelkanälen und Rohrdurchführungen. Je nach Gebäude kann außerdem geprüft werden, ob eine Unterbodenabsaugung technisch sinnvoll ist. Auch eine bessere Trennung des Technikraums von darüberliegenden Gebäudebereichen kann Teil eines Sanierungskonzepts sein.
Ob eine Maßnahme tatsächlich wirkt, sollte mit einer erneuten Messung überprüft werden. Die Hinweise des BfS zur Radonmessung erläutern die grundlegenden Anforderungen.
Was sollten Betreiber kleiner Technikräume konkret prüfen?
Bei einem Server- oder Technikraum unter Erdniveau helfen fünf Fragen bei der ersten Einordnung:
- Liegt der Raum unter Erdniveau und wird er regelmäßig betreten?
- Liegt der Standort in einem Radon-Vorsorgegebiet?
- Arbeitet die Kühlung überwiegend mit Umluft oder mit Außenluft?
- Welche Durchführungen, Fugen und Öffnungen verbinden den Raum mit dem Erdreich?
- Liegt bereits ein belastbares Messergebnis als Jahresmittelwert vor?
Wer bei den ersten vier Punkten mehrere mögliche Risikofaktoren erkennt und noch kein belastbares Messergebnis hat, sollte den Raum nicht allein anhand der Radonkarte oder der vorhandenen Gebäudetechnik beurteilen. Erst eine Messung zeigt, welche Konzentration tatsächlich vorliegt.
Häufige Fragen zu Radon in Kellerräumen
Was ist Radon und wie gelangt es in einen Keller?
Radon ist ein natürlich vorkommendes radioaktives Edelgas, das beim Zerfall von Uran-238 und Radium im Boden entsteht. Es kann aus dem Erdreich austreten und über Risse, undichte Fugen, Leerrohre sowie Wand- und Bodendurchführungen in Gebäude gelangen. Keller sind besonders relevant, weil sie direkt an das Erdreich angrenzen. Wie hoch die Konzentration tatsächlich ausfällt, hängt jedoch stark von Bauweise, Abdichtung und Luftwechsel des einzelnen Gebäudes ab.
Wie hoch ist der Referenzwert für Radon an Arbeitsplätzen?
Das Strahlenschutzgesetz legt für Arbeitsplätze in Innenräumen einen Referenzwert von 300 Bq/m³ fest. Entscheidend ist dabei nicht ein einzelner Messwert, sondern die über das Jahr gemittelte Radon-Aktivitätskonzentration. Die WHO empfiehlt für Innenräume einen niedrigeren Referenzwert von 100 Bq/m³. Beide Angaben sollten deshalb immer zusammen mit dem Hinweis auf den Jahresmittelwert betrachtet werden.
Ist ein Serverraum im Keller automatisch messpflichtig?
Nein. Ein Serverraum wird nicht allein deshalb messpflichtig, weil er im Keller liegt. Die Pflicht nach § 127 StrlSchG betrifft unter anderem Arbeitsplätze im Keller- oder Erdgeschoss innerhalb eines Radon-Vorsorgegebiets sowie bestimmte gesetzlich definierte Arbeitsfelder und behördlich angeordnete Messungen. Außerhalb dieser Fälle kann eine Radonmessung dennoch sinnvoll sein, insbesondere wenn der Raum regelmäßig betreten wird und wenig Außenluftaustausch stattfindet.
Erkennt ein CO2- oder Feuchtesensor eine Radonbelastung?
Nein. CO2-, Temperatur- oder Feuchtesensoren messen jeweils andere Eigenschaften der Raumluft und lassen keinen verlässlichen Rückschluss auf Radon zu. Auch ein unauffälliger CO2-Wert bedeutet deshalb nicht automatisch, dass die Radonkonzentration niedrig ist. Wer Radon messen möchte, benötigt ein dafür vorgesehenes Messverfahren. Die übliche Sensorik eines Technikraums kann eine solche Messung nicht ersetzen.
Senkt die Klimaanlage im Serverraum die Radonkonzentration?
Eine reine Umluftkühlung senkt in erster Linie die Temperatur. Dabei wird die vorhandene Raumluft gekühlt und erneut im Raum verteilt, ohne dass zwangsläufig Außenluft zugeführt wird. Deshalb reduziert eine Umluftanlage die Radonkonzentration nicht zuverlässig. Anders kann ein tatsächlicher Außenluftwechsel wirken. Zusätzlich können bauliche Maßnahmen sinnvoll sein, wenn Radon über Fugen, Risse oder technische Durchführungen aus dem Erdreich eintritt.
Wie lange muss eine Radonmessung dauern?
Für die Bestimmung des Jahresmittelwerts an einem Arbeitsplatz wird grundsätzlich über zwölf Monate gemessen. Der lange Zeitraum ist wichtig, weil die Radonkonzentration unter anderem durch Jahreszeit, Temperatur, Lüftungsverhalten und Druckverhältnisse schwanken kann. Eine Messung über wenige Tage oder Wochen kann deshalb nur eine Momentaufnahme beziehungsweise erste Orientierung liefern. Für die belastbare Beurteilung eines Arbeitsplatzes ersetzt sie die Langzeitmessung nicht.
Woran erkenne ich eine belastbare Radonmessung?
Bei Arbeitsplätzen sollte die Messung über eine vom Bundesamt für Strahlenschutz anerkannte Stelle erfolgen. Für die Auswertung kommt ein nach DIN ISO 17025 akkreditiertes Labor zum Einsatz; passive Langzeitmessungen orientieren sich an DIN ISO 11665-4. Wichtig sind außerdem eine geeignete Messdauer und die richtige Platzierung des Detektors. Er sollte den relevanten Aufenthaltsbereich abbilden und nicht unmittelbar neben Lüftungsöffnungen oder auf warmen technischen Geräten liegen.
Was tun, wenn der Messwert über dem Referenzwert liegt?
Dann sollte zunächst geprüft werden, welche Maßnahmen sich für das konkrete Gebäude eignen. Möglich sind ein höherer Außenluftwechsel, das Abdichten von Fugen und Durchführungen oder weitergehende bauliche Lösungen. Bei geeigneten Gebäuden kann beispielsweise geprüft werden, ob eine Unterbodenabsaugung sinnvoll ist. Entscheidend ist anschließend eine erneute Messung: Nur damit lässt sich feststellen, ob die gewählte Maßnahme die Radonkonzentration tatsächlich ausreichend reduziert hat.
Hilft die Radonkarte statt einer Messung?
Nein. Die Karten des Bundesamts für Strahlenschutz zeigen, in welchen Regionen mit höheren Radonkonzentrationen im Boden beziehungsweise mit einer erhöhten Wahrscheinlichkeit für Überschreitungen zu rechnen ist. Sie liefern aber keinen Messwert für ein bestimmtes Gebäude oder einen einzelnen Kellerraum. Selbst benachbarte Gebäude können sich durch Abdichtung, Bauweise und Luftwechsel deutlich unterscheiden. Die Karte hilft daher bei der regionalen Einordnung, Klarheit über den eigenen Raum schafft nur eine Messung.


