Viele angehende Website-Besitzer stürzen sich voller Enthusiasmus direkt in die WordPress-Installation – nur um später festzustellen, dass sie wichtige Vorarbeiten versäumt haben. Das Resultat: Frustration, Zeitverlust und ein chaotisches Projekt. Dabei lassen sich die häufigsten Anfängerfehler mit einer durchdachten Vorbereitung vollständig vermeiden.
Die goldene Regel beim Website-Bau lautet: Plane zweimal, baue einmal. Eine solide Vorbereitung, unterstützt durch eine durchdachte WordPress Checkliste, spart dir später nicht nur Zeit, sondern macht den gesamten Prozess deutlich entspannter und effizienter.
Die Sitemap-Skizze: Plane deine Menüstruktur auf einem Blatt Papier
Bevor du auch nur einen einzigen Mausklick in WordPress machst, solltest du deine Website-Struktur auf Papier skizzieren. Eine durchdachte Sitemap ist das Fundament jeder erfolgreichen Website und verhindert, dass du später mühsam Seiten verschieben oder umstrukturieren musst.
Beginne mit den Hauptkategorien deiner Website. Welche zentralen Bereiche benötigst du? Typische Hauptseiten sind „Startseite“, „Über uns“, „Leistungen“ oder „Produkte“, „Blog“ und „Kontakt“. Zeichne diese als oberste Ebene deiner Struktur auf.
Anschließend arbeitest du dich in die Tiefe vor. Welche Unterseiten gehören zu jeder Hauptkategorie? Bei „Leistungen“ könnten das beispielsweise „Webdesign“, „SEO-Beratung“ und „Online-Marketing“ sein. Diese hierarchische Struktur bildet später dein Hauptmenü ab.
Ein praktischer Tipp: Nutze Post-it-Notes für jede Seite. So kannst du die Struktur flexibel anpassen und verschiedene Varianten ausprobieren, ohne alles neu zeichnen zu müssen.
Der Content-Sammelkorb: Bündle alle Texte, Bilder und Logos an einem zentralen Ort
Nichts bremst den Website-Aufbau mehr aus, als ständig nach Inhalten zu suchen. Deshalb solltest du alle benötigten Materialien vorab sammeln und organisieren. Erstelle einen zentralen „Content-Sammelkorb“, in dem du alle Texte, Bilder, Logos und sonstigen Medien bereithältst.
Für Texte bedeutet das: Schreibe alle Seiteninhalte bereits vor der WordPress-Installation. Dazu gehören die Startseiten-Texte, Leistungsbeschreibungen, deine „Über uns“-Seite und erste Blog-Beiträge. Am besten arbeitest du mit einem simplen Textdokument – Hauptsache, alles ist an einem Ort verfügbar.
Bei Bildern und Grafiken sammelst du nicht nur die Dateien selbst, sondern notierst dir auch, wo jedes Bild verwendet werden soll. Ein Logo für den Header, ein Hintergrundbild für die Startseite, Produktfotos für die entsprechenden Bereiche – je präziser deine Zuordnung, desto reibungsloser läuft später der Upload.
Bilder für das Web optimieren: Warum du Bilder vor dem Upload verkleinern musst
Unoptimierte Bilder sind einer der häufigsten Performance-Killer für WordPress-Websites. Viele Anfänger laden Bilder direkt von der Kamera oder aus einem Bildbearbeitungsprogramm hoch – mit verheerenden Folgen für die Ladezeiten. Ein einzelnes unkomprimiertes Foto kann schnell 5-8 MB groß sein und deine Website ausbremsen. Die richtige Bildoptimierung entscheidet maßgeblich über die Performance deiner Website.
Für eine optimale Web-Performance solltest du folgende technische Parameter beachten:
- Dateigröße: Maximal 100-200 KB pro Bild für normale Website-Bilder
- Auflösung: 72 DPI sind für Bildschirme völlig ausreichend (statt 300 DPI für Druckerzeugnisse)
- Pixelmaße: Berechne die tatsächlich benötigte Displaygröße – ein 300px breites Sidebar-Bild braucht nicht 3000px Breite
- Dateiformat: JPEG für Fotos, PNG für Grafiken mit Transparenz, WebP für moderne Browser-Kompatibilität
Spezielle Online-Tools oder kostenlose Bildbearbeitungsprogramme helfen dir dabei, deine Bilder vor dem Upload zu komprimieren. Dadurch verbesserst du nicht nur die Ladegeschwindigkeit, sondern sorgst auch für eine bessere Nutzererfahrung und bessere SEO-Rankings.
Dein Content-Hub in der Cloud: Warum der Desktop der falsche Ort für deine Website-Inhalte ist
Richte dir einen zentralen Ordner in der Cloud als Content-Hub ein. Von dort ist es ein Leichtes, die finalen Inhalte auf deine Website zu laden. Der Start ist simpel: Lerne, wie du deine vorbereiteten Dokumente hochlädst, und schon hast du eine perfekte Organisationsbasis.
Die Vorteile einer Cloud-Lösung gehen weit über die reine Speicherung hinaus. Wenn du lernst, wie du Dokumente in die Cloud hochlädst und dort organisierst, kannst du von jedem Gerät auf deine Inhalte zugreifen, Änderungen werden automatisch synchronisiert und bei einem Computerausfall sind deine mühsam erstellten Texte und Bilder trotzdem sicher.
Organisiere deinen Cloud-Ordner sinnvoll: Erstelle Unterordner für „Texte“, „Bilder“, „Logos“ und „Rechtliches“. So findest du während der WordPress-Installation sofort das richtige Material und musst nicht zwischen verschiedenen Speicherorten jonglieren.
Rechtstexte vorbereiten: Impressum & Datenschutz nicht vergessen
Deutsche Websites unterliegen strengen rechtlichen Anforderungen, die du von Anfang an berücksichtigen solltest. Ein vollständiges Impressum und eine DSGVO-konforme Datenschutzerklärung sind nicht optional – sie sind gesetzlich vorgeschrieben.
Für das Impressum benötigst du je nach Webseitenzweck verschiedene Pflichtangaben: vollständigen Namen, Anschrift, Kontaktdaten und bei gewerblichen Seiten zusätzliche Informationen wie Handelsregisternummer oder Umsatzsteuer-ID. Die Datenschutzerklärung muss alle verwendeten Tools, Cookies und Datenverarbeitungen transparent auflisten.
Bereite diese Texte bereits vor der WordPress-Installation vor. Nutze dafür spezialisierte Generatoren oder lass die Texte von einem Anwalt erstellen. So kannst du deine Website direkt rechtssicher online stellen, ohne später nachträglich arbeiten zu müssen.
Mit diesen fünf Vorbereitungsschritten legst du den Grundstein für eine professionelle Website und ersparst dir viel Aufwand beim späteren WordPress-Setup.


