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Warum LiteSpeed häufiger schneller ist als NGINX – interne Architektur erklärt

LiteSpeed NGINX zeigt im direkten Vergleich oft spürbare Unterschiede, weil beide Webserver Anfragen intern anders aufbereiten und priorisieren. Ich erkläre klar, wie Event-Loops, integrierter Cache und Protokolle wie HTTP/3 zusammenspielen und warum genau daraus ein messbarer Geschwindigkeitsvorteil entsteht.

Zentrale Punkte

Ich fasse vorab die wichtigsten Erkenntnisse zusammen, damit du die Architektur schneller einordnest. Die Liste hilft dir, Schwerpunkte zu setzen und technische Entscheidungen sicherer zu treffen. Jeder Punkt adressiert einen Kernfaktor, der in Benchmarks und im Alltagseinsatz Gewicht hat. Lies danach weiter, um die Mechanik hinter den Effekten zu verstehen. Ich verknüpfe die Aussagen mit konkreten Praxisbezügen und nenne dort, wo sinnvoll, Quellenangaben wie [1][2].

  • Event-Architektur: Beide arbeiten ereignisgesteuert, LiteSpeed bindet mehr Funktionen direkt in die Pipeline ein.
  • Cache-Integration: LiteSpeed cached im Kern, NGINX braucht oft separate Regeln und Tools.
  • HTTP/3/QUIC: LiteSpeed liefert höhere Durchsätze bei geringerer CPU-Last in vielen Tests [2].
  • Ressourcen: Schlanke Defaults sorgen bei LiteSpeed für mehr Requests pro Kern [2][5].
  • WordPress: Plugin-gestützte Steuerung bringt schnelle Ergebnisse ohne tiefe Server-Configs [4][5].

Diese Punkte zeigen bereits die Stoßrichtung: integrierte Funktionen sparen Zeit und Rechenleistung. Ich gehe im nächsten Abschnitt auf die zugrunde liegende Event-Architektur ein und erkläre die Unterschiede an der Request-Pipeline. Danach siehst du, warum Cache-Entscheidungen das Tempo prägen und wie Protokolle den Ausschlag geben. So triffst du am Ende eine Entscheidung, die zu Last, Budget und Tech-Stack passt.

Event-Architektur kurz erklärt

Beide Server arbeiten ereignisgesteuert, doch sie priorisieren Aufgaben in der Pipeline unterschiedlich. NGINX nutzt einen Master-Prozess mit mehreren Workern, die per epoll/kqueue viele Verbindungen parallel bedienen [3]. LiteSpeed setzt ebenfalls auf ein Event-Modell, verschmilzt jedoch Cache, Komprimierung, Protokoll-Optimierung und Sicherheitsfilter enger mit dem Kern [1][5]. Dadurch spare ich bei LiteSpeed oft Kontextwechsel und Kopierarbeit während der Verarbeitung. Für tieferes Tuning rund um Worker und Threads lohnt ein Blick auf die Threadpool-Optimierung.

In der Praxis fühlt sich diese Architektur bei LiteSpeed „kürzer“ an, weil weniger separate Komponenten zwischen Ankunft und Antwort liegen. Ich profitiere dadurch vor allem bei vielen kleinen Requests und gemischten Inhalten. NGINX erreicht ähnliche Werte, braucht dafür aber meist gezielte Optimierungen pro Stack. Wer das betreiben will, kann NGINX sehr fein auf Workloads zuschneiden; ohne Feintuning verschenkt man allerdings etwas Potenzial [3][4].

PHP-Integration und Prozessmodell

Ein unterschätzter Geschwindigkeitsfaktor ist die Anbindung an PHP. LiteSpeed verwendet LSAPI, eine schlanke, persistent angebundene Schnittstelle, die Queueing, Keep-Alive und Prozess-Management sehr eng mit dem Webserver koordiniert [1][5]. Das senkt Kontextwechsel und reduziert die Latenz zwischen Webserver und PHP-Worker. NGINX spricht in der Regel mit PHP-FPM über FastCGI. FPM ist stabil und verbreitet, aber seine Warteschlangen, Socket-Buffers und die Dynamik (static/dynamic/ondemand) müssen sauber zum Traffic-Profil passen, sonst steigen TTFB-Spitzen – besonders bei kurzen PHP-Transaktionen, wie sie in WordPress üblich sind [3][4].

Ich beobachte, dass LSAPI unter Burst-Last weniger „Sägezahn“-Latenzen zeigt, weil Requests flüssiger durchgereicht werden. Dazu kommt die enge Kopplung an den integrierten Seiten-Cache von LiteSpeed: Wenn ein Cache-Miss auftritt, ist der Übergang zu PHP oft schneller. Mit NGINX + PHP-FPM kann ich das ebenfalls optimieren (Socket vs. TCP, pm.max_children, opcache fein abstimmen), aber es braucht Diagnose und Tests pro Umgebung. Für viele Teams ist das integrierte Zusammenspiel bei LiteSpeed die verlässlichere Basis [1][5].

Cache-Strategien: integriert vs. extern

Der größte Alltagsunterschied steckt im Caching. NGINX bietet FastCGI- und Proxy-Cache, doch die Regeln, Keys, PURGE-Logik und App-spezifischen Ausnahmen pflege ich manuell [3][4]. Für dynamische CMS wie WordPress oder Shopsysteme brauche ich schnell Zusatztools, um eine ähnliche Flexibilität zu erreichen. LiteSpeed bringt den Seiten-Cache direkt im Server mit, inklusive ESI für dynamische Blöcke und enger Abstimmung mit PHP-Anwendungen [1][4][5]. So bleibt der Cache konsistent, und Purges passieren an den richtigen Stellen, ohne dass ich komplizierte Skripte baue.

Ich sehe in Projekten oft, dass LiteSpeed „out of the box“ hohe Cache-Trefferquoten liefert. Das LiteSpeed Cache Plugin übernimmt HTML-Cache, Objekt-Cache-Anbindung, Bildoptimierung und sogar Critical CSS – alles steuerbar im WordPress-Backend [4][5]. NGINX schafft das ebenfalls, erfordert aber mehrere Bausteine und konsequente Pflege der Konfiguration. Diese Unterschiede schlagen in jedem realistischen hosting speedtest sichtbar durch, besonders bei großen Traffic-Spitzen [3][5]. Am Ende entscheide ich: investiere ich Zeit in Configs – oder setze ich auf eine eng integrierte Lösung.

HTTP/2 und HTTP/3 im Vergleich

Moderne Protokolle entscheiden über Latenz und Durchsatz. Beide Server sprechen HTTP/2 und HTTP/3 (QUIC), doch LiteSpeed zeigt in mehreren Benchmarks höheren Datendurchsatz bei weniger CPU- und RAM-Verbrauch [2]. Das fällt besonders auf, wenn Verbindungen wackeln, etwa bei mobilen Nutzern oder internationalen Routen. QUIC kompensiert Paketverluste besser, und LiteSpeed nutzt genau das sehr effizient. In Summe verkürzen sich TTFB und Transferzeiten, oft ohne Hardwarewechsel.

Die folgende Tabelle ordnet zentrale Protokoll-Aspekte ein. Ich fokussiere auf typische Effekte, die ich in Projekten regelmäßig beobachte und die Quellen [2][3][5] stützen. Achte vor allem auf den Unterschied bei CPU-Last und Handling hoher RTT. Diese Faktoren erklären viele Speed-Gewinne im Alltag. Der Überblick hilft dir, Prioritäten für deinen Stack zu setzen.

Aspekt LiteSpeed NGINX Praxiswirkung
HTTP/3/QUIC Durchsatz Höher in vielen Tests [2] Solide, skaliert teils schwächer [2] Kürzere Transfers bei schwankender Latenz
CPU-Last pro Request Weniger CPU bei identischem Szenario [2] Teilweise höhere CPU-Belastung [2] Mehr Reserven pro Kern unter Last
Header-Komprimierung Sehr effizient [5][6] Effizient Besser bei vielen kleinen Objekten
HTTP/2 Multiplexing Eng integriert im Pipeline-Design [1] Sehr gut Weniger Blockaden, flüssiger Abruf

Ich priorisiere in Projekten HTTP/3, wenn viele mobile Zugriffe, internationale Reichweiten oder Medien-Lasten vorliegen. Bei rein lokalen Zielgruppen mit stabiler Verbindung reicht HTTP/2 oft aus. Wer LiteSpeed nutzt, profitiert früh von reifen QUIC-Optimierungen [2]. Mit NGINX erreichst du ähnliche Werte, wenn du die Protokoll-Parameter sehr genau auf Netzwerk und Workload abstimmst. Dieser Aufwand zahlt sich vor allem in spezialisierten Umgebungen aus.

Sicherheit, WAF und Rate-Limiting

Performance ist nur die halbe Wahrheit – stabile Antwortzeiten setzen Sicherheit voraus. LiteSpeed integriert ModSecurity-Regeln, Anti-DDoS-Mechanismen, Verbindungslimits und „Soft Deny“-Strategien sehr nah an der Pipeline [1][5]. Dadurch können bösartige Muster früh gestoppt werden, ohne kostspielige Übergaben an nachgelagerte Stufen. NGINX bietet mit limit_req, limit_conn und guten TLS-Defaults starke Bausteine; eine vollwertige WAF wird jedoch oft als zusätzliches Modul (z. B. ModSecurity v3) integriert, was Pflegeaufwand und Latenz erhöhen kann [3][8].

Im Alltag achte ich auf drei Dinge: saubere Rate-Limits pro Pfadgruppe (z. B. /wp-login.php, APIs), sinnvolles Header-Hardening sowie schlanke WAF-Regelsets mit klaren Ausnahmen, damit echte Nutzer nicht ausgebremst werden. LiteSpeed liefert hier „brauchbare Defaults“, während ich NGINX gerne bewusst modular halte – das erfordert Disziplin, belohnt aber mit Transparenz in sicherheitssensiblen Umgebungen [3][5].

Ressourcenverbrauch und Skalierung unter Last

Unter hoher Parallelität zählt jede eingesparte CPU-Instruktion. LiteSpeed verarbeitet in HTTP/3-Tests mehr Requests pro Sekunde und hält Antwortzeiten enger, oft bei geringerer CPU-Last [2]. Andere Vergleiche sehen OpenLiteSpeed und NGINX dicht beieinander, mit kleinen Vorteilen für OpenLiteSpeed bei TTFB und LCP [3][6]. Bei statischen Dateien liegt NGINX teilweise vorn, wobei die Abstände häufig klein bleiben [3][4]. Diese Muster kenne ich aus Lasttests mit Mix-Content: Kleine Objekte, TLS, Komprimierung und Cache-Hits spielen LiteSpeed in die Karten.

Wichtig bleibt: Extremwerte entstehen oft durch aggressives Caching oder spezielle Test-Setups [4]. Realistische Workloads zeigen Unterschiede, aber selten zweistellige Faktoren. Ich plane daher Kapazitäten in Korridoren und messe Engpässe eng am Anwendungsprofil. Mit sauberem Observability-Setup erkenne ich, ob CPU, RAM, I/O oder Netzwerk drückt. Darauf lege ich dann Server- und Cache-Parameter aus.

Betrieb: Reloads, Rolling Updates und Observability

Im Dauerbetrieb zählt, wie sauber sich Updates und Konfigurationsänderungen ausrollen lassen. NGINX glänzt mit Zero-Downtime-Reloads über das Master-/Worker-Modell, Sessions bleiben in der Regel bestehen; nur geteilte Caches oder TLS-Session-Caches können bei falscher Planung kurzzeitig Trefferquoten verlieren [3]. LiteSpeed beherrscht graceful restarts und minimiert dabei Verbindungsabbrüche, zudem sind Logrotation und Konfigurationswechsel gut integrierbar [1][5]. Beide profitieren von klaren CI/CD-Pipelines mit Syntax-Checks, Staging und automatisierten Smoke-Tests.

Für Observability setze ich auf feingranulare Logs (Pfadgruppen, Cache-Status, Upstream-Zeiten) und Metriken pro Virtual Host. LiteSpeed bietet detaillierte Cache-Hit-Informationen und Statusansichten; bei NGINX lese ich viel aus access_log mit upstream_response_time, request_time und differenzierten Logformaten aus [3][4]. In beiden Fällen gilt: Nur wer die Pfadgruppen trennt, erkennt, ob ein einzelner Endpunkt die Gesamtlatenz dominiert.

WordPress-Praxis: Warum LiteSpeed glänzt

Ein Großteil der Sites läuft auf WordPress, deshalb zählt die Realität im CMS-Alltag. LiteSpeed punktet hier mit Full-Page-Cache, ESI, Objekt-Cache-Anbindung, Bildoptimierung und Critical CSS – alles direkt aus dem Plugin steuerbar [4][5]. Ich erhalte solide Werte ohne SSH-Zugriff, und automatische Purges nach Updates halten den Cache sauber. NGINX liefert statische Assets rasend schnell, doch für dynamische Seiten brauche ich zusätzliche Module, Regeln und Pflege [3][4][8]. Das klappt gut – kostet allerdings Zeit und Disziplin in der Configuration-Management-Pipeline.

Shops, Memberships und Multisite-Setups profitieren stark von ESI und granularer Cache-Steuerung. LiteSpeed synchronisiert diese Entscheidungen eng mit PHP, was die Trefferquote hebt und TTFB senkt [4]. Wer NGINX nutzt, kann ähnliche Ergebnisse erzielen, wenn die PURGE-Logik, Cookies und Cache-Keys exakt passen. Ich sehe in Audits häufig kleine Fehler, die viel Tempo kosten. Hier macht der integrierte Ansatz von LiteSpeed spürbar Tempo.

Interne Mechanismen, die Tempo bringen

Mehrere Designentscheidungen lassen LiteSpeed schneller wirken. Eine sehr effiziente Header- und Body-Komprimierung spart Bandbreite bei vielen kleinen Objekten wie API-Calls und Tracking-Pixeln [5][6]. Die Request-Pipeline verknüpft Caching, WAF-Regeln, Anti-DDoS und Logging so, dass wenige Kontextwechsel entstehen [1][5]. Persistente Verbindungen plus aggressives, aber schonendes HTTP/2-Multiplexing halten Verbindungen effektiv offen [2][5]. Hinzu kommen praxistaugliche Defaults bei Timeouts, Buffern und Komprimierung, die ab Werk solide Messwerte erlauben [1][5]. Ich muss weniger Stellschrauben anfassen, um eine verlässliche Basis zu erreichen.

NGINX besitzt vergleichbare Mechanismen, verlangt jedoch öfter gezieltes Feintuning [3][4]. Wer die Zeit investiert, wird belohnt – besonders in spezialisierten Szenarien. Ich sorge bei beiden Servern dafür, dass TLS-Parameter, Brotli/Gzip-Levels, Open File Limits und Kernel-Netzwerk-Settings zusammenpassen. Dann verschwinden viele Mikro-Latenzen, die sich sonst auf TTFB und LCP auswirken. Architektur plus Defaults erklären, warum LiteSpeed häufig dieses kleine, entscheidende Plus liefert.

LiteSpeed vs NGINX im direkten Vergleich

Ich sehe ein wiederkehrendes Muster: LiteSpeed überzeugt besonders mit HTTP/3, aktiver Komprimierung und integriertem Cache, während NGINX bei statischen Dateien und als Reverse-Proxy glänzt [2][3][8]. Ressourceneffizienz fällt in vielen Tests leicht zugunsten von LiteSpeed aus, speziell pro Kern und bei hoher RTT [2]. Beim Konfigurationsaufwand dreht sich das Bild: LiteSpeed bietet vieles „klickbar“ im Plugin-Ökosystem, NGINX liefert enorme Flexibilität über Configs [4][5]. Wer bereits mit NGINX-Infrastruktur arbeitet, kann per sauberer Templates und CI/CD starke Ergebnisse erzielen. Für zusätzliche Perspektiven lohnt der kurze Blick auf den Apache vs NGINX Vergleich.

Ich gewichte diesen Abschnitt immer nach Projektzielen. Geht es um schnelle CMS-Auslieferung mit wenig Admin-Aufwand, spreche ich eine klare Empfehlung pro LiteSpeed aus. Bei Microservices, Edge-Funktionalität und speziellem Routing überzeugt NGINX mit Modularität und Reife. Budget und Team-Skills verschieben die Entscheidung zusätzlich. Am Ende zählt, womit ich dauerhaft verlässliche Antwortzeiten halte.

Lizenzierung und Varianten: OpenLiteSpeed, LiteSpeed Enterprise und NGINX

Für die Praxis ist wichtig zu unterscheiden: OpenLiteSpeed deckt viele Leistungsmerkmale ab, liest .htaccess jedoch nicht auf jede Anfrage neu ein; Änderungen werden typischerweise erst nach Reload wirksam. LiteSpeed Enterprise bringt vollen Funktionsumfang, Support und Komfort-Features – das ist im Managed-Hosting attraktiv, weil Tuning, WAF und Cache eng zusammenspielen [1][5]. NGINX ist in der Open-Source-Variante extrem verbreitet und kosteneffizient; Enterprise-Features in kommerziellen Ausgaben adressieren Betriebskomfort und erweiterte Monitoring-/Healthcheck-Funktionen [3].

Budgetseitig entscheide ich nach Gesamtbetriebskosten: Wenn das Team wenig Zeit für Feintuning hat und WordPress im Zentrum steht, ist die Lizenz für LiteSpeed oft schnell amortisiert. In containerisierten oder hochspezialisierten Umgebungen gewinnt NGINX durch OSS-Flexibilität und breite Community-Patterns [3][8].

Container, Ingress und Edge-Deployment

In Kubernetes-Setups hat sich NGINX als Ingress-Komponente etabliert. Seine Konfigurierbarkeit, CRD-Erweiterungen und erprobte Patterns für Blue/Green, Canary und mTLS machen es dort zur ersten Wahl [3][8]. LiteSpeed findet man eher seltener als Ingress, sondern als App-nahen Webserver, wenn die Vorteile des integrierten Caches (z. B. für CMS) direkt ausgespielt werden sollen. An der Edge – etwa hinter einem CDN – funktionieren beide gut; LiteSpeed kann dank HTTP/3/QUIC und aggressiver Komprimierung eine Stufe zusätzliche Latenz kompensieren, NGINX überzeugt mit sehr schlankem Static-Serving und robustem Proxying.

Für Mischarchitekturen nutze ich oft NGINX als äußere Proxy-/Ingress-Schicht und LiteSpeed näher an der Applikation. So kombiniere ich das Beste aus beiden Welten: standardisierte Ingress-Policies und unmittelbaren Anwendungs-Cache.

Migration und Kompatibilität

Wer von Apache kommt, profitiert bei LiteSpeed von der weitgehenden .htaccess-Kompatibilität und dem nahtlosen Umgang mit Rewrite-Regeln [1][5]. Das reduziert Migrationsaufwand spürbar. Bei NGINX müssen Rewrite-Regeln häufig übersetzt werden; das ist machbar, braucht aber Erfahrung, um Edge-Cases (Query-Strings, Redirect-Kaskaden, Caching-Vary) sauber abzubilden [3][4].

Für WordPress migriere ich bevorzugt in zwei Schritten: erst statische Assets und TLS, dann Page-Cache und Objekt-Cache. So sehe ich, wo TTFB tatsächlich entsteht. Auf NGINX-Seite plane ich früh PURGE-Strategien und Keys (Cookie-, Device- und Lang-Parameter), bei LiteSpeed aktiviere ich im Plugin selektiv Funktionen, um Seiteneffekte zu vermeiden. Ziel bleibt: hoher Nutzen bei minimaler Komplexität.

Hosting-Praxis: Wann LiteSpeed besonders sinnvoll ist

LiteSpeed spielt seine Stärken aus, wenn dynamischer Content, viele zeitgleiche Besucher und wenig Administrationszeit zusammenkommen. WordPress-Blogs, Magazine, WooCommerce-Shops, Membership-Seiten und Multisite-Installationen profitieren spürbar [2][3][5]. HTTP/3/QUIC bringt dazu Vorteile für mobile und internationale Zielgruppen. In solchen Setups erziele ich sehr niedrige TTFB-Werte und plane Last mit weniger Hardware-Reserven. Für statische oder containerisierte Architekturen als Reverse-Proxy bleibt NGINX eine ausgezeichnete Wahl [3][8].

Ich bewerte zunächst Traffic-Profil, Cache-Hitrate-Potenzial und Build-/Deploy-Prozesse. Danach entscheide ich, ob ein integriertes Cache-System oder ein modulares Proxy-Setup passt. LiteSpeed Enterprise im Managed-Hosting vereinfacht vieles, weil Tuning und Plugin-Ökosystem Hand in Hand laufen. NGINX bleibt bei dedizierten Proxy-Rollen erste Wahl, gerade in Kubernetes- oder Service-Mesh-Umgebungen. Die richtige Wahl folgt dem Anwendungsprofil – nicht dem Hype, sondern den messbaren Effekten.

Konkrete Tuning-Tipps für beide Server

Ich starte mit sauberem HTTPS-Setup: TLS 1.3, moderne Ciphers, 0-RTT nur nach Risikoabwägung, OCSP Stapling aktiv. Für Komprimierung setze ich Brotli bei Text-Assets ein, Gzip als Fallback, Levels moderat wählen, damit CPU-Last nicht kippt. Beim Caching fokussiere ich Cache-Keys, vary-Header und exakte PURGE-Pfade; LiteSpeed erledigt viel davon automatisch, NGINX benötigt exakte Regeln. Bei HTTP/3 tune ich Pacing, Max Streams und Initial Congestion Window vorsichtig und messe die Effekte. Für praxisnahe Leitwerte verweise ich auf diese kompakte Webhosting-Performance Übersicht.

Beobachtbarkeit entscheidet über die richtigen Stellschrauben. Ich logge TTFB, LCP, Fehlercodes, Origin-Response-Times und CPU-/RAM-Quoten getrennt nach Pfadgruppen. So erkenne ich, ob Cache-Busting, Third-Party-Calls oder Datenbank-Locks drosseln. Kernel-Parameter (net.core, net.ipv4, ulimits) setze ich auf das erwartete Verbindungsvolumen. CDN und Image-Optimierung runden das Gesamtbild ab. Erst die Summe dieser Schritte sorgt für nachhaltiges Tempo.

Benchmarks richtig lesen: Methodik schlägt Marketing

Viele Vergleiche kranken an inkonsistenten Setups. Ich prüfe immer: Sind Cache-Strategien vergleichbar? Ist Warm-Cache von Cold-Cache getrennt? Sind HTTP/3-Parameter identisch, inklusive Packet Pacing und ACK-Frequenzen? Wurde Netzwerk-Shaping genutzt (RTT, Loss), um mobile Realitäten zu simulieren? Ohne diese Checks sind Zahlen schwer einzuordnen [2][3][5].

Für reproduzierbare Ergebnisse arbeite ich mit klaren Szenarien: statisch (Brotli an/aus), dynamisch ohne Cache, dynamisch mit Full-Page-Cache, API-Last mit kleinen JSON-Responses. Jede Stufe messe ich mit und ohne TLS, zudem in mehreren Concurrency-Leveln. Ich werte p50/p90/p99 aus und korreliere mit CPU- und Kontextwechselzahlen. So sehe ich, ob die Architektur wirklich skaliert – und nicht nur in Einzelfällen glänzt.

Typische Fehlerbilder und schnelle Abhilfe

  • Unerwartete TTFB-Spitzen: Bei NGINX häufig falsch dimensionierte PHP-FPM-Queues oder zu aggressive proxy_buffering-Settings; bei LiteSpeed oft fehlende Cache-Hits durch falsche Vary-Cookies [3][4][5].
  • Cache-Busting durch Cookies: Tracking- oder Consent-Cookies verhindern Hits. Lösung: Cookie-Ignore-/Whitelist-Regeln klar ziehen; in LiteSpeed über Plugin steuerbar, in NGINX per Key-Design [4][5].
  • HTTP/3 instabil: MTU/PMTU, Pacing, Initial CWND und fehlerhafte Middleboxen. Kurzfristig Fallback auf HTTP/2 erlauben, Langfristig QUIC-Parameter vorsichtig anpassen [2][3].
  • Bild-Optimierung frisst CPU: Offload in Jobs/Queues, Limits für gleichzeitige Optimierungen setzen. LiteSpeed-Plugin bringt gute Defaults, NGINX-Stacks nutzen externe Pipelines [4][5].
  • WebSockets/Realtime: Timeouts erhöhen, Buffers schlank halten, Proxy-Read-/Send-Timeouts differenzieren. Bei LiteSpeed und NGINX getrennte Pfade definieren, um sie nicht durch Caching-Regeln zu beeinflussen [3][5].

Kurz zusammengefasst

Beide Webserver nutzen eine Event-Architektur, doch LiteSpeed integriert Cache, Protokolle und Komprimierung tiefer in die Pipeline. Dadurch spare ich in vielen Projekten CPU, Zeit und Komplexität – und erhalte spürbar bessere TTFB- und Durchsatzwerte, vor allem mit HTTP/3 [2][3][5]. NGINX bleibt stark als Reverse-Proxy und bei statischen Dateien; mit kundiger Konfiguration zieht es in vielen Szenarien gleich [3][6][8]. Für WordPress und dynamische Inhalte erziele ich mit LiteSpeed schneller konsistente Ergebnisse, weil Plugin und Server nahtlos zusammenspielen [4][5]. Entscheidend bleibt das Profil deines Projekts: Traffic-Muster, Team-Skills, Budget und die Frage, ob du integrierte Funktionen bevorzugst oder modulare Config-Power wählst.

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