Ich zeige dir, wie du eine webhosting kündigung sauber vorbereitest und ohne Ausfälle abschließt. Diese Anleitung führt dich Schritt für Schritt durch Kündigung, Datensicherung, Domain-Transfer und Umzug auf einen neuen Hoster – praxisnah, sicher und für 2025 aktuell.
Zentrale Punkte
- Fristen prüfen und Kündigungsdatum festhalten
- Backups von Dateien, Datenbanken und E-Mails erstellen
- Kündigung korrekt einreichen und Bestätigung sichern
- Domain via Authcode übertragen oder löschen
- Migration testen und Downtime vermeiden
Verträge und Fristen: sicher starten
Bevor ich kündige, prüfe ich die Mindestlaufzeit und die vertraglichen Kündigungsfristen im Kundenkonto. Viele Tarife verlangen 1 bis 3 Monate Vorlauf, daher trage ich mir den letztmöglichen Termin sofort in meinen Kalender ein und verhindere automatische Verlängerungen. Ich suche die Kundennummer, Vertrags-ID und den Tarifnamen zusammen, damit ich später im Kündigungsschreiben alle Angaben korrekt einfüge. Falls ich unsicher bin, kläre ich im Support-Chat das genaue Vertragsende und dokumentiere die Antwort als Nachweis. Für zusätzliche Orientierung nutze ich ergänzende Kündigungs-Tipps und gleiche sie mit meinen Unterlagen ab.
Ich prüfe außerdem mögliche Sonderkündigungsrechte, etwa bei Preiserhöhungen, gravierenden Leistungsänderungen oder anhaltenden Störungen. In solchen Fällen formuliere ich die Kündigung mit Verweis auf den konkreten Grund und die entsprechende Vertragsklausel. Wichtig: Hosting-Vertrag und Domains sind oft getrennte Leistungen. Ich entscheide, ob ich nur das Webhosting kündige und die Domain transferiere – oder ob ich beides beende. Zusatzpakete wie SSL-Zertifikate, Backups, Lizenzen oder Mail-Erweiterungen kündige ich gezielt, damit keine unnötigen Kosten weiterlaufen.
Bei internationalen Domains beachte ich den Transfer-Lock nach Inhaberwechseln: gTLDs (z. B. .com, .net) können nach einem Datenwechsel 60 Tage für Transfers gesperrt sein, sofern kein Opt-out gesetzt wurde. Ich ändere daher WHOIS-Daten erst nach dem erfolgreichen Transfer und prüfe, ob Domain-Privacy-Dienste korrekt übernommen werden. Bei .de-Domains gelten abweichende Regeln, dennoch halte ich mich an die Best Practices und dokumentiere jeden Schritt.
Datensicherung: vollständige Backups ohne Lücken
Ich sichere zuerst alle Website-Dateien per FTP oder Dateimanager, inklusive Medien, Themes, Plugins und Konfigurationen. Anschließend exportiere ich die Datenbanken über phpMyAdmin oder die Konsole, damit der neue Server identische Inhalte erhält. Bei WordPress packe ich zusätzlich ein Archiv mit einem Migrations-Plugin wie Duplicator, damit der Umzug schneller klappt. E-Mail-Postfächer exportiere ich via IMAP-Client oder sichere sie in Archivformaten, bevor ich die Postfächer beim neuen Anbieter einrichte. Zuletzt erstelle ich eine Liste der aktiven Domains, Subdomains und DNS-Einträge, damit ich später nichts vergesse und die DNS-Zonen korrekt übernehme.
Ich kontrolliere die Backups stichprobenartig: Datenbank-Archiv öffnen, Tabellen zählen, zufällig Inhalte prüfen. Große Dumps teile ich, wenn nötig, in mehrere Dateien auf, damit der Import sauber durchläuft. Versteckte Dateien wie .htaccess, .user.ini, .env, composer.json und robots.txt übersehe ich nicht, da sie oft sicherheits- und performancekritische Einstellungen enthalten. Dateirechte und Besitzer prüfe ich nach dem Kopieren, damit das Zielsystem die Dateien korrekt lesen und schreiben kann.
Bei CMS migriere ich zusätzlich Cache- und Upload-Verzeichnisse bewusst nicht, wenn sie sich schnell neu aufbauen lassen – das spart Zeit und vermeidet Altlasten. Bei WordPress plane ich ein Search & Replace für absolute URLs ein (z. B. von http auf https oder bei geänderten Pfaden). Bei Shops importiere ich gesondert Medien und generiere Vorschaubilder neu. Wenn der alte Anbieter Groupware bereitstellt, exportiere ich Kalender (CalDAV) und Kontakte (CardDAV) separat, damit keine Termine verloren gehen.
Domains und E-Mails: Transfer sauber planen
Für die Domain benötige ich den Authcode (EPP), den ich im Kundenbereich abrufe oder vom Support erhalte. Den Transfer starte ich beim Zielanbieter, bestätige die Mails der Registry und warte auf die Übernahme, die meist innerhalb weniger Tage erfolgt. .de-Domains kann ich bei Bedarf in einen Transit schicken, wenn ich noch keinen Zielanbieter festgelegt habe. Während des Wechsels halte ich die TTL der DNS-Einträge niedrig, damit Umstellungen schneller greifen und E-Mails nicht versehentlich ins Leere laufen. Vor der finalen Umschaltung teste ich neue Postfächer, SPF, DKIM und DMARC, damit die Zustellbarkeit stimmt.
Vor dem Wechsel reduziere ich die TTL wichtiger Records (A/AAAA, MX, CNAME) auf z. B. 300 Sekunden. So kann ich Änderungen in wenigen Minuten ausrollen. Ich entscheide bewusst zwischen Nameserver-Wechsel und zonenweiser Anpassung: Wenn das neue Hosting die Nameserver stellt, exportiere ich die alte Zone und importiere sie sauber – inklusive Subdomains, TXT-Records, SPF, DKIM, DMARC und etwaiger CAA-Einträge. Bei aktivem DNSSEC plane ich den Wechsel: DS-Einträge müssen am Registrar zum neuen Signierschlüssel passen, sonst gibt es Auflösungsfehler.
Für den E-Mail-Umzug richte ich alle Postfächer, Aliasse und Weiterleitungen beim Zielanbieter vorab ein und teste Zugriff und Versand. Für eine nahtlose Migration nutze ich, wenn möglich, IMAP-Synchronisationen (zweites Konto im Mail-Client oder Migrations-Tools), damit während der Umstellungsphase neue Nachrichten aus beiden Welten zusammentreffen. Ich belasse die alten Postfächer noch einige Tage aktiv, kontrolliere Spamfilter und Quarantäne und prüfe, ob Signaturen und Abwesenheitsnotizen übernommen wurden. Bei dedizierten IPs kläre ich im Vorfeld den Reverse-DNS-Eintrag, damit die Reputation nicht leidet.
Kündigungsschreiben: klar, vollständig, verbindlich
In mein Schreiben setze ich vollständigen Namen, Anschrift, Kundennummer, Tarifbezeichnung und das gewünschte Vertragsende oder „zum nächstmöglichen Zeitpunkt“. Ich formuliere knapp: Ich kündige den Webhosting-Vertrag fristgerecht und fordere eine schriftliche Bestätigung mit Nennung des konkreten Enddatums an. Bei Versand per Post unterschreibe ich, bei E-Mail bitte ich um Lesebestätigung und speichere die Nachricht als PDF. Für jeden Anhang vergebe ich eindeutige Dateinamen, damit ich sie später schnell finde. Ich archiviere die Kündigung, den Versandnachweis und die spätere Bestätigung gemeinsam.
Zusätzlich halte ich fest, welche Leistungen mitgekündigt werden (Domains, SSL, Add-ons). Formulierungen zur Datenlöschung nach Vertragsende nehme ich auf und verweise auf die Löschung personenbezogener Daten gemäß DSGVO, sobald gesetzliche Aufbewahrungsfristen abgelaufen sind. SEPA-Lastschriften widerrufe ich zum Enddatum, sofern keine offenen Posten bestehen. Falls ich die Domain in den Transit gebe, benenne ich das ausdrücklich, um Missverständnisse zu vermeiden.
Übertragungswege: Post, E-Mail, Kundenbereich, Fax
Ich reiche die Kündigung über den offiziellen Kundenbereich ein, wenn der Anbieter dort einen Button oder Assistenten anbietet. Alternativ sende ich sie an die offizielle Support-Adresse und aktiviere eine Lesebestätigung, damit ich einen Nachweis habe. Einschreiben per Post nutze ich, wenn ich eine Empfangsbestätigung bevorzuge, Fax nur mit qualifiziertem Sendebericht. Wichtig bleibt: Ich bewahre jeden Nachweis, jedes Ticket und jede E-Mail im Fall von Rückfragen auf. Wer online kündigt, kann sich am Ablauf orientieren, wie ich es etwa beim Thema bei IONOS kündigen beschreibe.
Manche Anbieter verlangen eine Identitätsbestätigung (z. B. Kopie eines Ausweises oder Rückruf). Ich bereite diese Unterlagen vor, damit Fristen nicht verstreichen. Wenn es ein dediziertes Kündigungsformular gibt, fülle ich es vollständig aus und lade ergänzend mein eigenes Schreiben hoch. Bei mehreren Verträgen im Kundenkonto spezifiere ich eindeutig, welcher Tarif betroffen ist, und schließe Verwechslungen aus.
Neuen Anbieter wählen: Kriterien 2025
Beim Wechsel achte ich auf Performance, Verfügbarkeit, Backup-Funktionen, Sicherheitsfeatures und Support-Qualität in deutscher Sprache. Mir sind transparente Limits wichtig, etwa für CPU, RAM, Inodes und gleichzeitige Prozesse. Zusätzlich prüfe ich, ob der Anbieter kostenlose SSL-Zertifikate, Staging-Umgebungen, automatische Updates und One-Click-Restores liefert. Ein guter Migrationsservice spart Zeit, doch ich kontrolliere immer die Details, bevor ich unterschreibe. Die folgende Übersicht zeigt einen kompakten Vergleich ausgewählter Anbieter.
| Rang | Hosting Anbieter | Performance | Support | Preis/Leistung |
|---|---|---|---|---|
| 1 | webhoster.de | Sehr gut | Sehr gut | Sehr gut |
| 2 | Strato | Gut | Gut | Gut |
| 3 | IONOS | Gut | Gut | Befriedigend |
Ich berücksichtige außerdem Standort und Datenschutz (Rechenzentren in der EU), die Verfügbarkeit eines Auftragsverarbeitungsvertrags, SLA-Transparenz sowie Funktionen wie HTTP/2/3, Brotli, NVMe-Storage, Redis-Object-Cache, WAF und DDoS-Schutz. Bei Managed-Tarifen kläre ich, welche Updates und Security-Patches der Anbieter übernimmt und was in meiner Verantwortung bleibt. Eine klare Kostenstruktur ohne versteckte Upgrades, aussagekräftige Limits und faire Tarifwechseloptionen geben mir Planungssicherheit.
Migration: Umzug planen, prüfen, freischalten
Ich richte das Zielhosting vollständig ein, bevor ich die DNS umstelle: PHP-Version, Datenbanken, Benutzer, SSL, Cronjobs. Danach lade ich Dateien hoch, importiere die Datenbank und passe Konfigurationen wie wp-config.php oder .env an. Bei WordPress nutze ich Staging, um die neue Umgebung ohne Besucherlast zu testen. Läuft alles, stelle ich DNS um, beobachte Logs und korrigiere Fehlermeldungen sofort. Parallel bleibt der alte Tarif bis zum Vertragsende aktiv, damit ich bei Problemen kurzfristig zurückwechseln kann und so die Downtime minimiere.
Vor dem Go-Live prüfe ich Absolute Pfade, Dateiuploads, E-Mail-Versand (SMTP statt PHP-Mail), Caching-Mechanismen und Sessions. Bei CMS führe ich eine Such-und-Ersetze-Routine für URLs durch und leere Anwendungs- und Servercaches. Für Shops teste ich Checkout, Zahlarten, Steuersätze, Versandregeln, PDFs und Suchfunktionen. Wenn die Plattform es hergibt, setze ich auf Blue-Green oder Staging-zu-Production mit minimalem Umschaltfenster. Ein Blick in Error-Logs und PHP-/Webserver-Settings (memory_limit, max_execution_time, FPM-Prozessmanager) verhindert böse Überraschungen.
DNS, SSL und Sicherheit: Stolpersteine vermeiden
Vor der Umschaltung reduziere ich die TTL der relevanten Records (A, AAAA, CNAME, MX), damit Änderungen zügig greifen. Ich stelle sicher, dass Let’s-Encrypt oder andere Zertifikate auf dem Zielsystem ausgestellt werden können und erneuere Zertifikate nach dem Transfer. Weiter leite ich alte URLs korrekt weiter, setze HSTS nur, wenn ich sichere HTTPS-Auslieferung garantieren kann, und prüfe Mixed-Content-Warnungen. Für E-Mail aktiviere ich SPF, DKIM und DMARC frühzeitig, damit die Reputation stabil bleibt. Abschließend kontrolliere ich Sicherheits-Header, Dateirechte und Backup-Pläne, um das Risiko zu senken.
Bei CAA-Records erlaube ich die gewünschte Zertifizierungsstelle, damit die Zertifikatsausstellung nicht blockiert wird. Falls ich DNSSEC nutze, plane ich die Abfolge: deaktivieren oder DS anpassen, Nameserver wechseln, neue Zone signieren, DS aktualisieren – immer mit ausreichendem Puffer. Ich halte einen Rollback bereit (alte Zone/alte IP), solange die TTLs noch kurz sind. Für API-Integrationen erneuere ich API-Keys und Webhooks und trage neue Callback-URLs in Drittanbieter-Dashboards ein.
Rechnungen, Abbuchungen und Bestätigung: sauber abschließen
Nach der Kündigung verlasse ich mich nie auf bloßes Schweigen, sondern fordere aktiv eine schriftliche Bestätigung des Enddatums an. Ich speichere PDF-Rechnungen, Ticketnummern und Sendeprotokolle an einem Ort. Falls eine Lastschrift nach Vertragsende geplant ist, widerrufe ich sie rechtzeitig und belege das mit meinen Dokumenten. Bei Unklarheiten halte ich Rückfragen kurz, sachlich und mit Verweis auf die vorhandenen Nachweise. Für spezielle Fälle hole ich mir zusätzlich Hilfe, zum Beispiel bei Anbietern mit Besonderheiten oder wenn ich wie beim Thema 1blu kündigen spezielle Schritte beachten muss.
Ich kläre, ob es anteilige Erstattungen bei jährlicher Vorauszahlung gibt oder ob Restlaufzeiten verfallen. Alle steuerrelevanten Unterlagen exportiere ich vor Vertragsende. Nach der Bestätigung bitte ich – soweit zulässig – um Löschung personenbezogener Daten und schließe offene Support-Tickets. Wenn Domains separat weiterlaufen, kontrolliere ich deren neue Abrechnungszyklen, damit es nicht zu doppelten Kosten kommt.
Checkliste 2025: Schritt für Schritt ohne Lücken
Ich beginne mit den Vertragsdaten und markiere das späteste Kündigungsdatum, damit nichts überläuft. Danach sichere ich Dateien, Datenbanken und E-Mails vollständig und prüfe stichprobenartig, ob die Sicherungen sich öffnen lassen. Das Kündigungsschreiben verschicke ich über einen nachvollziehbaren Kanal und speichere die Bestätigung ab. Domains übertrage ich mit Authcode, passe DNS an und teste die neue Umgebung. Erst wenn alles rund läuft, lasse ich den alten Tarif auslaufen und bewahre alle Belege auf.
Zusätzlich setze ich mir diese Zwischenziele: TTL senken, Nameserver-Strategie festlegen, SSL-/CAA-/DNSSEC-Plan vorbereiten, Mail-Boxen und Aliasse spiegeln, Staging testen, Redirects und SEO-Signale (Sitemaps, Canonicals) prüfen, Cronjobs und Hintergrundprozesse einrichten, Caches leeren, Monitoring aktivieren und eine Rollback-Option bereithalten. So bleibt der Umzug kontrolliert und reversibel.
Profi-Tipps für Backups und Umzug
Ich setze auf automatisierte Backup-Pläne beim neuen Hoster, idealerweise täglich mit Aufbewahrung über mehrere Generationen. Zusätzlich halte ich ein Offsite-Backup in der Cloud oder lokal vor, um im Notfall unabhängig zu sein. Bei CMS prüfe ich Plugin- und Theme-Kompatibilität und teste Updates im Staging. Für große Projekte nutze ich temporäre Wartungsseiten mit 503-Header, damit Crawler korrekt reagieren. Nach dem Go-Live beobachte ich Error-Logs, 404-Statistiken und Ladezeiten, um versteckte Probleme früh zu erkennen.
Ich aktiviere Monitoring (HTTP, TLS, DNS, SMTP) und Benachrichtigungen, damit ich bei Ausfällen sofort reagieren kann. Für Performance teste ich TTFB, Caching, Datenbank-Latenzen und führe Lastspitzen simuliert durch. Bei starkem Bot-Traffic setze ich Rate-Limits und WAF-Regeln, um Ressourcen zu schützen. SEO-seitig kontrolliere ich Weiterleitungen (301 statt 302), canonical Tags, hreflang, Sitemaps und reiche bei Domainwechsel die neue Property in den Webmaster-Tools ein. Nach der Umschaltung lösche ich alte, sensible Daten beim Altanbieter oder verschlüssele sie, bis die vertragliche Löschung bestätigt ist.
Zusammenfassung: klare Schritte, sichere Kündigung
Du kündigst strukturiert, sicherst Daten vollständig und planst den Transfer ohne Hetze. Mit Authcode, sauberer DNS-Umstellung und Tests im Staging hältst du Ausfälle klein. Eine rechtssichere Kündigung mit Bestätigung und lückenlose Dokumentation schützt dich vor Streitfällen. Ein moderner Hoster mit soliden Backup- und Sicherheitsfunktionen macht den Wechsel lohnend. So gelingt die Webhosting-Kündigung 2025 schnell, verlässlich und mit gutem Gefühl.


